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Omikron legt Ensemble lahm Das Theater Regensburg verschiebt Uraufführung von "Wir"

Eine einzige Covid-Infektion – und die ganze Planung platzt. Weil ein Ensemble-Mitglied infiziert ist, muss das Theater Regensburg die Uraufführung der Oper "Wir" von Anton Lubchenko verschieben. Premiere soll nun im Februar sein.

Szene aus "Wir", Uraufführung am Theater Regensburg. | Bildquelle: Martin Sigmund

Bildquelle: Martin Sigmund

Die ursprünglich für den 29. Januar geplante Uraufführung der Oper "Wir" am Theater Regensburg muss verschoben werden – zwei Tage vor der Premiere wurde ein Ensemble-Mitglied positiv auf das Coronavirus getestet. Ersatz zu finden, war nicht möglich, so eine Sprecherin des Theaters: Es handle es sich um eine Uraufführung, die zudem in russischer Sprache aufgeführt wird. Bisher sei man aber gut gefahren mit einer regelmäßigen Teststrategie. Neben der Verschiebung von "Wir" musste coronabedingt erst eine Produktion des Theaters abgesagt werden.

Ein Auftragswerk nach Roman von Jewgeni Samjatin

Bei "Wir" handelt es sich um ein Auftragswerk des Theaters an den 1985 geborenen Komponisten Anton Lubchenko. Das Libretto schrieb der Komponist gemeinsam mit Darya Panteleeva nach Motiven des gleichnamigen Romans von Jewgeni Samjatin. In der dystopischen Geschichte von 1920 beschreibt er eine Welt, in der die menschliche Gesellschaft strikt nach mathematischen Regeln organisiert ist: jeder Mensch trägt eine Nummer, dadurch lässt sich das Leben vom Staat perfekt ordnen; bis dann einige Menschen doch aus dem rationalen System herausbrechen, Gefühle entwickeln und die Ordnung stören.

Anton Lubchenko komponierte bereits "Doktor Schiwago" für das Theater Regensburg

Der Roman, der in der Sowjetunion zunächst zensiert wurde, gilt als Klassiker der düsteren Zukunftsromane des 20. Jahrhunderts. Er erzählt von Entindividualisierung, Unterdrückung, Überwachung und Stagnation des Lebens. Anton Lubchenko, der für das Theater Regensburg im Jahr 2015 bereits eine Oper nach „Doktor Schiwago“ komponiert hatte, wird "Wir" nun in einen ironischen musikalischen Kontext setzen, der bis zur Groteske reicht. Seine "musikalische Farce", als die das Stück im Untertitel beschrieben wird, soll aller Voraussicht nach nun am 9. Februar zum ersten Mal aufgeführt werden.

Sendung: "Allegro" am 28. Januar 2020 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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