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Bernard Haitink dirigiert Bruckner: Symphonie Nr. 6

CD-Cover Haitink dirigiert Bruckner 6 | Bildquelle: BR

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Lange Zeit galt die sechste Symphonie (neben der zweiten) als Stiefkind unter den gewaltigen Symphonien Anton Bruckners, obgleich er sie selbst launig als seine "keckste" bezeichnet hatte: die sechste – die keckste! Dies hat sich im Lauf der Jahrzehnte hinsichtlich der Aufführungszahlen und Tonträgeraufnahmen deutlich gewandelt; das Werk hat sich mittlerweile einen festen Repertoireplatz erobert.

Die sechste Symphonie gehört mit hinein in den Schaffensprozess der beiden vorangegangenen Symphonien, der "romantischen" vierten (1874/1880) und der fünften (1875), und sie wird mittlerweile als wichtige Vorstufe zu jenem letzten großen Aufschwung verstanden, den Bruckner ab der Schöpfung seines "Te Deum" (dessen erste Entwürfe er 1881 niederschrieb) mit seinen letzten Symphonien – der siebten, achten und neunten – in erhabener Größe erreichte. Insbesondere das "sehr feierliche" Adagio der sechsten Symphonie zeigt seinen Modellcharakter für das später komponierte und berühmt gewordene Adagio der siebten Symphonie.

Bruckner arbeitete an seiner sechsten Symphonie in A-Dur (WAB 106) zwischen dem 24. September 1879 und dem 3. September 1881. Zu seinen Lebzeiten konnte er das komplette Werk nur einmal in einer Orchesterprobe hören, denn bloß die beiden Mittelsätze (Adagio und Scherzo) wurden am 11. Februar 1883 öffentlich im Konzertsaal des Wiener Musikvereins gespielt. Eine erste Gesamtaufführung der Symphonie folgte erst am 26. Februar 1899 – zweieinhalb Jahre nach dem Tod des Komponisten; es dirigierte Gustav Mahler, der aber Eingriffe an der Partitur vorgenommen hatte und sie nur stark gekürzt präsentierte. Bruckners Fassung erster Hand erklang am 14. März 1901 in Stuttgart und es sollte noch bis zum 9. Oktober 1935 dauern, bis die sechste Symphonie zum ersten Mal so erklang, wie es Bruckners Originalpartitur vorschreibt.

Das Münchener Konzert vom Mai 2017 erscheint bei BR Klassik als CD – die herausragende Interpretation einer der wesentlichsten Kompositionen des symphonischen Repertoires der Spätromantik unter Leitung von Bernard Haitink.

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ANTON BRUCKNER 1824–1896
Symphonie Nr. 6 A-Dur

01 1. Majestoso 16:27
02 2. Adagio. Sehr feierlich 15:19
03 3. Scherzo. Nicht schnell – Trio. Langsam 8:32
04 4. Finale. Bewegt, doch nicht zu schnell 14:57

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Bernard Haitink Dirigent

BR-KLASSIK 900147 - 1CD
Total time 55:15
Live-Aufnahme: München, Philharmonie im Gasteig, 04.–05.05.2017

Erhältlich im Handel und im BRshop

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