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Zum Tode des Bassisten Chris Lachotta Zauberer der tiefen Töne

Er war eine verlässliche kreative Größe am Kontrabass, und zwar in Jazz-Konzerten und Aufnahmen wie Musical-Produktionen und Orchesterkonzerten: der Bassist Chris Lachotta. Nun meldet das Bayerische Jazz-Institut in Regensburg, dass der seit langem in der Nähe von München wohnende Musiker nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben ist.

Ein Kontrabass liegt am Boden | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Chris Lachotta, geboren 1959 in Frankfurt am Main, als klassischer Bassist in München und Würzburg ausgebildet, war ein Musiker, den man in und um München besonders häufig erleben konnte. Doch auch bei großen, international renommierten Festivals wie dem stets von rund 200.000 Menschen besuchten "Bardentreffen" in Nürnberg war Lachotta zu hören – erst im Sommer 2015 mit der Gruppe Alamto des persischen Trommelvirtuosen Hadi Alizadeh. Dies und anderes wies Lachotta als einen Musiker mit weit offenem Horizont aus, der im Jazz, in der klassischen Musik und eben auch grenzüberschreitenden Projekten zuhause war.

Vielseitiger Bassist

Lachotta spielte mit vielen Größen des internationalen Jazz, darunter Kenny Wheeler, Mal Waldron, Kirk Lightsey und Horace Tapscott. Er studierte nach seiner klassischen Ausbildung unter anderem am Vermont Jazz Center in den USA bei so bekannten Jazzmusikern wie Gitarrist Attila Zoller – und er hatte ebenfalls Unterricht bei den Bass-Größen Rufus Reid, Red Mitchell und Dave Holland. Zudem war er Mitglied des Kammerorchesters "Festival Strings Lucerne", Bassist der Münchner Kammerspiele – und er trat des Öfteren mit dem Münchner Rundfunkorchester auf.

Nicht zuletzt mit dem Pianisten Joe Kienemann, den Hörer des Bayerischen Rundfunks noch als Moderator unzähliger Jazz-Sendungen kennen, verband Chris Lachotta eine lange künstlerische Zusammenarbeit. Mit Kienemann im Duo spielte Lachotta in den letzten Jahren häufig in der Jazzbar Vogler. Doch auch im weitaus größeren Prinzregententheater war Lachotta in einem stimmungsvollen Mitschnitt von 1994 Partner Joe Kienemanns in dessen damaligem Trio. Kammermusikalisches Feingefühl war da mit dem Spieler des tieftönenden Instruments zu erleben: ein Musiker, der die Musik trug und zum schillern brachte.

Jazz-Szene trauert

Die Jazz-Szene ist tief getroffen von der Nachricht. Der Vibraphonist Tim Collins etwa postete, er sei "speechless". Ähnlich lesen sich viele Nachrichten aus der Szene. Überraschend und sehr früh hat dieser Feinfühlige mit dem starken Ton sein Instrument für immer weggelegt.

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