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Was heute geschah – 10. September 1941 Christopher Hogwood wird geboren

Nottingham, 10. September 1941. Der britische Cembalist und Dirigent Christopher Hogwood wird geboren. Ein Mann, der Musikgeschichte schreiben sollte. Interpretationsgeschichte, jedenfalls. Christopher Hogwood war einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis. Sein Weg begann als Cembalist in verschiedenen Ensembles, wie der Acadamy of St. Martin in the Fields.

Der Dirigent Christopher Hogwood | Bildquelle: picture alliance / dpa | Marco Borggreve / Handout

Bildquelle: picture alliance / dpa | Marco Borggreve / Handout

Hogwood spürte früh, dass er zu mehr berufen war. Er arbeitete immer mehr als Solist, forschte intensiv in historischen Quellen. 1973 gründete er sein eigenes Ensemble mit historischen Instrumenten: die "Academy of Ancient Music". Mit ihr betrieb er in England, was Nikolaus Harnoncourt in Wien machte, Gustav Leonhardt in Amsterdam: Musik so aufführen, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung geklungen haben soll.

Der Star der Szene

Vor allem bedeutete das: schlank, pointiert, durchhörbar, federnder Schwung statt würdevoller Schwere. Hogwoods Interpretation des "Messias" von 1979 war eine Offenbarung. Auf der britischen Insel wurde Hogwoods geschmeidiger, harmonischer Stil wegweisend. Er war der Star der Szene, andere Größen wie Trevor Pinnock und John Eliot Gardiner schulten sich an ihm und am Klang seines Orchesters. Auch als Forscher war Hogwood eine Autorität. Seine 1984 erschienene Händel-Biographie gilt auch heute noch als Maßstab.

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Mozart Symphony No 40 in G minor K 550 Christopher Hogwood Academy of Ancient Music | Bildquelle: Sonorum Concentus Classicism (via YouTube)

Mozart Symphony No 40 in G minor K 550 Christopher Hogwood Academy of Ancient Music

Vorwärts bis zur Moderne

Christopher Hogwood preschte weiter, widmete sich Symphonien und Konzerten von Haydn und Mozart. Er war einer der ersten, der Aufnahmen der Musik Beethovens auf alten Instrumenten präsentierte. Wie viele seiner Kollegen wandte sich Hogwood auch modernen Orchestern zu, dirigierte Werke der Romantik, sogar der Moderne wie Hindemith, Martinu oder Strawinsky.

Hogwoods Vermächtnis lebt weiter

Christopher Hogwood starb im September 2014, mit 73 Jahren, an den Folgen einer Krebserkrankung. Sein Vermächtnis lebt in der Musik: Die Academy of Ancient Music spielt weiter unter anderen Dirigenten. Und der Stil, den Hogwood mitprägte, klingt heute in jedem Orchester durch.

Was heute geschah

Unsere Reihe "Was heute geschah" zu bemerkenswerten Ereignissen der Musikgeschichte können Sie auch um 7:40 Uhr, um 13:30 Uhr und um 16:40 Uhr auf BR-KLASSIK im Radio hören. Weitere Folgen zum Nachhören finden Sie hier.

Sendung: "Allegro" am 10. September 2021 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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