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Saxophon - das Instrument des Jahres 2019 Die berühmtesten Saxophonisten aller Zeiten

Die Konferenz der Landesmusikräte hat gewählt: Das Saxophon ist das Instrument des Jahres 2019. Die BR-KLASSIK-Redaktion hat für Sie eine Liste der bekanntesten Saxophonisten zusammengestellt. Und neben John Coltrane oder Charlie Parker haben sich auch ein paar überraschende Namen eingeschlichen.

Lisa Simpson spielt Saxophon in der Garage | Bildquelle: dpa/ © 20th Century Fox Film Corp. All rights reserved./courtesy Everett Collection

Bildquelle: dpa/ © 20th Century Fox Film Corp. All rights reserved./courtesy Everett Collection

Sigurd Raschèr (1907-2001)

In Wuppertal, früher Elberfeld, geboren, war Sigurd Raschèr der vielleicht einflussreichste klassische Saxophonist überhaupt. Zahlreiche Komponisten widmeten ihm Werke, wie das berühmte Es-Dur Konzert Op. 109 von Alexander Glasunow oder Jacques Iberts "Concertino da camera". Über Schweden emigrierte Sigurd Raschèr 1939 in die USA, wo er 2001 in Shushan, im Staat New York, starb. Sein 1969 gegründetes Raschèr Saxophone Quartet existiert heute noch und zählt zu den führenden Saxophonquartetten weltweit.

William Jefferson "Bill" Clinton (*1946)

Bill Clinton war von 1993 bis 2001 der 42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch nach Ende seiner Amtszeit ist er politisch aktiv. Er ist begeisterter Saxophonist. Es gibt etliche Bilder und Videos, die ihn saxophonspielend mit Stars wie dem Gitarristen B.B. King oder dem Saxophonisten Joshua Redman zeigen.

Marcel Mule (1901–2001)

Der Französische Saxophonist hat maßgeblich zur Emanzipation des Saxophons beigetragen. Er bearbeitete etliche Kompositionen für Saxophon und ermunterte zeitgenössische Komponisten wie Jean Françaix oder Eugène Bozza, Stücke für Saxophon zu schreiben.

Bhumibol Adulyadej der Große (1927-2016), König von Thailand

Von 1946 bis zu seinem Tod im Jahr 2016 war Bhumibol Adulyadej König von Thailand, er war somit das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Bhumibol Adulyadej spielte leidenschaftlich Saxophon, im Laufe seiner Amtszeit waren immer wieder Jazzmusiker zu Jamsessions im Königspalast zu Gast, etwa im Jahr 1960 der Klarinettist Benny Goodman. König Bhumibol unterstützte auch die Jazzszene seines Landes und es soll rund 40 Eigenkompositionen von ihm geben.

Die Karikatur in der aufhetzenden Broschüre zur Ausstellung "Entartete Musik" (1938)

Ein Beispiel, wie das Saxophon von einer menschenverachtenden Ideologie zu einem negativen Symbol gemacht wurde. Die Nationalsozialisten sahen in dieser rassistischen Karikatur eines schwarzen Jazzsaxophonisten mit Davidstern am Revers die Verkörperung der sogenannten "entarteten Musik". Künstler wie Arnold Schönberg, Ernst Krenek, Anton Webern, Kurt Weill und andere wurden in dieser Ausstellung verunglimpft.

Plakat zur Zeit des Nationalsozialismus mit einem schwarzen, jüdischen Saxophonspieler und dem Schriftzug "Entartete Musik" | Bildquelle: picture alliance/CPA Media Bildquelle: picture alliance/CPA Media

Lisa Simpson (*1984, seitdem konstant acht Jahre alt)

Die Comic-Figur aus der amerikanischen Zeichentrick-Serie "The Simpsons" ist überdurchschnittlich klug, engagiert sich für Umweltschutz, ist Vegetarierin und Jazzfan und sie spielt Baritonsaxophon. In der Zeichentrick-Darstellung sieht das Instrument fast in jeder Folge anders aus und hat selten die Merkmale eines Baritonsaxophons.

John Coltrane (1926-1967)

Der Tenor- und Sopransaxophonist gilt als die spirituelle Stimme des Jazz. Sein Instrumentalspiel erweiterte den Klangraum des Jazz. Ausufernd-virtuose Soli über zehn Minuten Länge, Musik als Trance-Zustand, ein durchdringender Saxophonklang und Musik mit politischer Botschaft waren seine Markenzeichen. Im Quintett des Trompeters Miles Davis erlangte Coltrane in den 50er Jahren in New York großen Ruhm, der sich mit seinem eigenen Quartett noch steigerte. Gegen Ende seines Lebens war seine Musik immer stärker vom Free Jazz geprägt.

Dirk Nowitzki (*1978 in Würzburg)

Der berühmteste deutsche Basketballspieler spielt seit 1998 in der nordamerikanischen Profiliga. Sein Spitzname ist "German Wunderkind", er gehört zu den besten Spielern weltweit. Nowitzki ist außerdem ambitionierter Hobby-Saxophonist.

Basketballer Dirk Nowitzki mit Saxophon | Bildquelle: imago / Camera 4 Bildquelle: imago / Camera 4

Ornette Coleman (1930-2015)

Der Texaner war einer der Erfinder des Free Jazz, musikalischer Autodidakt und entwickelte ein eigenes harmonisches Tonsystem. Coleman wurde in seiner Anfangszeit in den 50er Jahren stark angefeindet. Vor allem Musikerkollegen schätzten ihn gering, für andere war er die Lichtgestalt eines neuen musikalischen Zeitalters. Seine Musik galt als Statement der afroamerikanischen Bevölkerung für Freiheit und gegen die Rassenunterdrückung. Coleman selbst war weniger politisch aktiv und sah sich als Klangsucher.

Charlie Parker (1920- 1955)

Er zählt zu den Erfindern des Bebop-Stils. Der amerikanische Altsaxophonist kam nach verschiedenen musikalischen Stationen nach New York und war dort die prägende Figur des Bebop zusammen mit Trompeter Dizzy Gillespie, Pianist Bud Powell oder Schlagzeuger Max Roach. Sein virtuoses, immer im Blues verhaftetes Spiel erweiterte die Jazzharmonik. Von den Vertretern des Swing-Stils wurde er als Zerstörer, von den modern-eingestellten Musikern als Erneuerer des Jazz gesehen.

Coleman Hawkins (1904-1969)

Coleman Hawkins war ein amerikanischer Tenorsaxophonist, der den Jazz seit den 20er Jahren prägte. Sein Saxophonsound war swingend und kraftvoll, seine Soli von bestechend logischem Aufbau. Legendär sind seine Balladeneinspielungen, besonders die Versionen des Stücks "Body and Soul". Hawkins war den Neuerungen im Jazz aufgeschlossen, sein Spiel wirkte immer modern.

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