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Edward Elgar Cellokonzert e-Moll

Der englische Komponist Edward Elgar war im Grunde seines Herzens eine traurige Seele. Den Ausdruck fand seine Traurigkeit vor allem in seinem letzten großen Orchesterwerk, dem Konzert für Violoncello und Orchester. Ein Werk voller Tragik und Abschiedsstimmung.

Edward Elgar | Bildquelle: BR

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Das starke Stück

Edward Elgar - Cellokonzert e-Moll

1917 liegt ein Schatten über Edward Elgars Leben in London: Seine geliebte Frau ist schwer krank, Freunde sterben, es ist Krieg. Er selbst kommt gerade aus dem Krankenhaus. Da schießen ihm diese Töne in den Kopf. Töne, die ihn nie wieder loslassen werden. Diese Töne sind der Beginn einer großen Erzählung. Als Elgar das Thema einfällt, weiß er noch nicht, was er daraus machen soll: eine Symphonie, ein Solowerk oder ein Konzert? Er lässt es liegen, widmet sich zunächst anderen kammermusikalischen Werken wie z. B. der Violinsonate oder dem Klavierquartett, um sich dann – zurückgezogen in sein Ferienhaus in Sussex – der Orchestrierung des Werkes zu widmen. Immer noch ohne konkrete Vorstellung. Dann drängt es sich auf: das Cello – die Hauptperson und klingender Doppelgänger von Elgar selbst. Es erzählt die Geschichte von Edward Elgar, eine melancholische Geschichte.

"Es ist eine große Melancholie, ein Bewusstsein für Vergangenheit; das gelebte Leben zu spüren und diese Tragik und dieser Tiefsinn machen dieses Konzert für mich zu etwas ganz Besonderem, und es wird von jedem unmittelbar verstanden." (Cellist Daniel Müller-Schott)

Elgars Abschied

Als Elgar dieses Werk schreibt, ist der erste Weltkrieg in vollem Gange. Die blutigen Schlachten des Jahres 1916 hatten ihn in eine tiefe Schaffenskrise gestürzt. Entsetzt über die Grausamkeiten des Krieges versiegt vorübergehend seine Schaffenskraft, um im Cellokonzert mit voller Kraft neu zu erstehen. Mit dem Cellokonzert nimmt Elgar Abschied. Abschied vom Komponieren. Es ist sein letztes großes Werk. Ein halbes Jahr nachdem er es fertig gestellt hatte, stirbt seine geliebte Frau Alice. Ein Verlust, der Elgar so tief im Herzen trifft, dass er sich außerstande sieht, weiterhin Musik zu schreiben:
"Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder ein neues Stück zu vollenden. Es gibt keinen Anreiz, etwas zu Ende zu bringen."

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