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Sergej Rachmaninow "Corelli-Variationen"

Melancholische Grundzüge tragen die Variationen über ein Thema von Corelli, die Sergej Rachmaninow 1931 als letztes Werk für Klavier solo im amerikanischen Exil niederschrieb. Aurelia Weiser stellt das Starke Stück gemeinsam mit dem Pianisten Bernd Glemser vor.

Porträt Sergej Rachmaninow | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Starke Stücke

Rachmaninow - Corelli-Variationen op. 42

Jenes Thema, das Rachmaninows Werk den Namen gab, und das Arcangelo Corelli in seinem opus 5 "La Follia" für die Geige vertonte, geht eigentlich auf den Franzosen Jean Marais zurück. Sergej Rachmaninow dürfte ihn nicht gekannt haben, als er 1931 die "Corelli-Variationen" schuf. Zahlreiche Komponisten vor ihm hatten sich schon mit "La Follia" - zu Deutsch: "Die Tollheit" - von Corelli beschäftigt; darunter auch Ludwig van Beethoven. Rachmaninow entwickelt aus dem Thema 20 Variationen.

Herber, knorriger Charakter

Für den Spätstil Rachmaninows sind die "Corelli-Variationen" ein typisches Beispiel. Ein herber, knorriger Charakter kommt zustande, indem der Komponist dort, wo früher vierstimmige Akkorde gestanden hätten, nur noch zweistimmig oder gar einzelne Noten schreibt.

Anstatt die volle Tastatur auszunutzen, setzt er mehr die Mittellage des Klaviers ein. Akkkorde sind oft nicht mehr so leicht tonal zu erklären, Dissonanzen finden häufigeren Einsatz als in den früheren Werken. In der Erstausgabe der "Corelli-Variationen" gab der Komponist an, drei Variationen könne man ohne weiteres weglassen. Niemand käme heute mehr auf die Idee, diesem Vorschlag zu folgen. Dafür empfinden Interpreten das Werk als zu zwingend und geschlossen.

Musik-Info

Sergej Rachmaninow: Variationen über ein Thema von Corelli für Klavier op. 42

Bernd Glemser, Klavier
Label: Oehmsclassics OC 558

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