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Dmitri Schostakowitsch Cellosonate op. 40

Sie ist begehrt bei Solisten wie bei Zuhörern: die Cellosonate von Dmitrij Schostakowitsch, uraufgeführt 1934. Sie ist Schostakowitschs erstes großes Kammermusikwerk nach seinem Studium am St. Petersburger Konservatorium. Uta Sailer stellt das tiefgründige Stück zusammen mit dem Cellisten Johannes Moser vor.

Porträt Dmitrij Schostakowitsch | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Das starke Stück

Schostakowitsch - Cellosonate op. 40

Russland 1934 - Stalin hat soeben den sozialistischen Realismus verkündet - als ästhetische Prämisse für die Dichter und Denker des Landes. Optimistisch sollten sie schreiben, volksnah und verständlich für jedermann. Dasselbe galt für die Musik. Schostakowitschs Musik war anders. "Die Nase" oder "Lady Macbeth aus Mzensk" gaben Anstoß zur Irritation. Musik, die modern ist. Musik, die aufrüttelt. Musik, die provoziert. Stalin reagiert. Schostakowitsch wird zum Feind. Dass Schostakowitsch diese Musik schrieb, war aber wohl kaum ein Zugeständnis an Stalin und seine Forderung nach realistischer Musik.

Allein schon die Gattung einer Sonate war keineswegs das, was den Kulturideologen vorschwebte: Reine Instrumentalmusik war unerwünscht, zumindest wenn ihr kein außermusikalisches Programm zugrunde lag. Und Kammermusik hatte darüber hinaus den unangenehmen Beigeschmack westlicher Dekadenz.

Musik-Info

Dmitri Schostakowitsch: Sonate für Violoncello und Klavier op. 40

Johannes Moser, Cello
Paul Rivinius, Klavier
Label: Hänssler Classic

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