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Saisonbeginn am Bolschoi-Theater Der Traum vom Roten Platz

Das Bolschoi-Theater ist das bekannteste und wichtigste Theater für Oper und Ballett in Russland – und auch eines der berühmtesten Musiktheater der Welt. Um diesen Mythos auch einem breiteren Publikum nicht nur in Moskau zu vermitteln, entwickelt das Bolschoi neue Ideen und Ansätze. Nun startet die neue Saison.

Das Bild zeigt den Zuschauerraum des Moskauer Bolschoi-Theaters und die Hauptloge, in der früher der Zar saß | Bildquelle: picture alliance / Claudia Thaler/dpa

Bildquelle: picture alliance / Claudia Thaler/dpa

Pralle Sonne, fantastischer Sound, eine einzigartige Kulisse – dazu Stücke berühmter Opern von Verdi, Berlioz, Schostakowitsch, Delibes, aufgeführt vom Orchester und den Solisten des Moskauer Bolschoi. Dazu singt der als bester der Welt ausgezeichnete Haus-Chor. Das renommierte Bolschoi-Theater ist diesen Sommer den Veranstaltungen in München, Berlin und London gefolgt und hat sich auch unter dem Motto "Oper für Alle" den Moskauern auf dem Theaterplatz im Herzen der Stadt präsentiert.

Open Air für Alle

Wladimir Urin ist Intendant des Bolschois und trägt außerdem den Ehrentitel "Künstler des Volkes". Als der Münchner Autobauer BMW die Idee zu einem Open Air hatte, hat Urin schnell "Ja" gesagt. Schließlich seien die über 600 Aufführungen pro Jahr im Opernhaus zu 98 Prozent ausverkauft.

Wir dachten, 'Oper für Alle' ist eine gute Idee, damit alle Menschen die Möglichkeit haben, zu erfahren, was unser Theater alles macht.
Wladimir Urin

Wladimir Urin im Parkett des Bolschoi Theaters in Moskau. | Bildquelle: picture alliance/Iliya Pitalev/Sputnik/dpa Wladimir Urin im Zuschauerraum des Bolschoi Theaters. | Bildquelle: picture alliance/Iliya Pitalev/Sputnik/dpa Seit 2013 ist Urin Generaldirektor des Bolschoi-Theaters. Hier ist fast jeden Tag im Jahr Programm. Sommerpausen gibt es nur für einzelne Bereiche. Etwa für das berühmte Ballett, das den Namen Bolschoi in die Welt trägt und auch nur in Moskau pausiert: Diesen Sommer war es auf Tournee in Australien und für einige Wochen in London zu Gast. Dort hat es zu Stücken von Chatschaturjan, Strawinsky und Tschaikowsky getanzt. Für Generaldirektor Wladimir Urin sind Reisen essentiell. Unterwegs merke er, dass in Deutschland die deutsche Oper und in Frankreich die französische einen besonderen Stellenwert habe – jede Kulturnation mache sich eben für ihre eigenen Produkte stark.

Ich bin der Meinung, dass jedes Opernhaus Botschafter der nationalen Oper und Komponisten für die Welt sein soll.
Wladimir Urin

An vielen Abenden der neuen Saison 2019/2020 werden im Haus russische Opern von Komponisten wie Modest Mussorgsky oder Sergej Prokofjew aufgeführt. Aber da das Bolschoi viel Wert auf seinen Kulturexport legt, werden mittlerweile einige Saison-Highlights auch außerhalb Moskaus aufgeführt. Höhepunkte sind etwa die Partnerschaft mit dem Festival d'Aix-en-Provence oder Tschaikowskys Oper "Mazeppa", die als Gastspiel in der Pariser Philharmonie unter der Leitung des Chefdirigenten Tugan Sokhiev präsentiert wird.

Aufführungen auf dem Roten Platz?

Wie die Plätze in den Konzerthäusern, ist auch der Platz für die Zuschauer beim Open Air vor dem Bolschoi begrenzt. Zwar konnten diesen Sommer über 8.000 Moskauer und Touristen das knapp zweistündige Open-Air-Konzert hören, viele davon aber nur aus der Ferne. Denn anders als der riesige Bebelplatz in Berlin und der Max-Joseph-Platz in München, ist der Moskauer Theaterplatz verhältnismäßig klein. Derzeit werden im Bolschoi-Theater Ideen entwickelt, die Veranstaltung künftig auf einem größeren Platz durchzuführen. Bevor man jedoch über den Roten Platz rede, brauche es erstmal einen "Deal", sagt Urin. Erst dann könne man mitteilen, dass es künftig dort stattfinde.

Sendung: "Allegro" am 10. September 2019 ab 06:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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