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Daniel Müller-Schott debütiert beim BRSO Cello und Streetart

Er ist einer der bekanntesten Cellisten Deutschlands – und trotzdem war er noch nie beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks als Solist zu Gast. Das ändert sich jetzt: Daniel Müller-Schott debütiert mit Schumanns Cellokonzert.

Daniel Müller-Schott | Bildquelle: © Uwe Ahrens

Bildquelle: © Uwe Ahrens

Berühmte Musiker wie Heinrich Schiff und Mstislav Rostropowitsch unterrichteten ihn, auch Anne-Sophie Mutter förderte ihn schon in jungen Jahren: Daniel Müller-Schott zählt unbestritten zu den bekanntesten deutschen Cellisten - und trotzdem war er noch nie als Solist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) zu Gast.

"Ich hatte schon öfter das Vergnügen mit den Musikern des Orchestern zu spielen, sowohl im Kammerorchester wie in kleineren Besetzungen – aber noch nie mit der symphonischen Besetzung", sagt Müller-Schott im Gespräch mit BR-KLASSIK. Viele der Musikerinnen und Musiker kennt er schon lange: "Ich bin ja Münchner und habe an der Münchner Musikhochschule schon früh angefangen zu studieren. Da gibt es also viele Bezüge und Freundschaften."

Musizieren hat sehr viel mit Kommunikation zu tun. Da hilft es, wenn man sich gut kennt.
Daniel Müller-Schott, Cellist

Müller-Schott bleibt optimistisch

Bei seinem Debut im Herkulessaal in München muss Müller-Schott allerdings mit einem kleinen Publikum leben. Nur 200 Personen dürfen derzeit coronabedingt in bayerischen Konzertsäalen Platz nehmen - bis auf wenige Ausnahmen. "In jeder Stadt gibt es unterschiedliche Besucherzahlen, und das ändert sich ja auch immer wieder. Ich hoffe, dass wir bald wieder vor einem größeren Publikum spielen", sagt Müller-Schott. "Ich habe gerade in Wien im Konzerthaus gespielt, und da waren dann tausend Leute im Saal, das fühlte sich eigentlich schon wieder wie vor Corona-Zeiten an. Das war schon sehr schön."

Gerade in Asien und Amerika wurden viele Konzerte von Müller-Schott wegen der Corona-Pandemie gestrichen, dennoch sieht er die Situation aber realistisch und mit Zuversicht. "Man muss das einfach nehmen, wie es jetzt gekommen ist. Es ist ja auch eine weltweite Entwicklung. Ich glaube, wir sollten einfach froh sein, dass in Deutschland, in Österreich und der Schweiz die Kultur noch hochgehalten wird."

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Cello Concerto Opus 104 - Dvorak // Danish National Symphony Orchestra w Daniel Müller-Schott (live) | Bildquelle: DR Koncerthuset (via YouTube)

Cello Concerto Opus 104 - Dvorak // Danish National Symphony Orchestra w Daniel Müller-Schott (live)

Daniel Müller-Schott – ein Hobby-Sprayer

Nicht nur für das Cello hat Daniel Müller-Schott eine Leidenschaft – sondern auch für Fußball und für die bildende Kunst, unter anderem mit Graffiti. Während der Pandemie hat er zeit für andere, kreative Dinge gefunden: "Ich habe mir in diesem 'Lockdown' mehr Zeit fürs Malen genommen. Ich habe viele Bilder und Skizzen gemacht und habe auch versucht, musikalische Bilder zu entdecken, die ich vorher nicht kannte", sagt Müller-Schott im Gespräch mit BR-KLASSIK. "Es hat sehr gut getan, einfach etwas ganz anderes zu machen."

Die Spraydose hatte der Cellist zuletzt beim Mecklenburg-Festival in der Hand, wo er letztes Jahr ein Bild mit einem Münchner Künstler zusammen gesprüht hatte. "Ich glaube, Kunst und Musik zusammenzuführen, das ist auch für das Publikum sehr spannend. Streetart kann eine wunderbare Anregung für klassische Komponisten sein." Gut, dass das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks seine Heimspielstätte im Münchner Werksviertel, also inmitten vieler Graffiti-besprühter Wände bekommen soll. Dann kommt Daniel Müller-Schott hoffentlich öfter zu Besuch.

Sendung: Leporello am 15. Oktober 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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