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Bariton Rolando Panerai gestorben Nicht nur italienische Oper

Der italienische Bariton Rolando Panerai ist tot – wie mehrere italienische Medien am 23. Oktober meldeten, ist er im Alter von 95 Jahren gestorben. Geboren bei Florenz, sang er schon mit 23 Jahren am Teatro San Carlo in Neapel, bevor er Anfang der 1950er Jahre an der Mailänder Scala sein Debüt gab – ein Haus, an dem er die wichtigsten Rollen seiner Karriere sang.

Der Bariton Rolando Panerai | Bildquelle: Wikimedia Commons

Bildquelle: Wikimedia Commons

Panerai war für seine hohe Musikalität, Textverständlichkeit und vor allem Wandlungsfähigkeit bekannt und geschätzt. So brillierte er nicht nur mit Rollen zwischen Mozart, Rossini, Verdi und Puccini, sondern sang auch Repertoire des 20. Jahrhunderts, etwa die Titelpartie in "Mathis der Maler" von Paul Hindemith. Auch in Opern von Prokofjew, Menotti und in einigen Uraufführungen war er zu erleben.

Zu Gast an Opernhäusern und bei Festivals

Zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren war Rolando Panerai weltweit an allen wichtigen Opernhäusern und Festivals zu Gast, in vielen Gesamteinspielungen hat er die Operndiskografie maßgeblich geprägt, darunter als Sharpless in "Madama Butterfly" (neben Renata Scotto und Carlo Bergonzi), Graf Luna in "Il Trovatore" (neben Maria Calls und Guiseppe di Stefano) und Germont in "La Traviata" (neben Beverly Sills und Nicolai Gedda). Eine Kuriosität stellt der italienische "Parsifal" dar, in dem er (an der Seite von Maria Callas als Kundry) in einer römischen Produktion schon 1950 den Amfortas sang.

Bis ins hohe Alter gab Panerai Meisterklassen und führte auch selbst Opernregie.

Sendung: "Allegro" am 24. Oktober 2019 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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