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Die 100. Salzburger Festspiele starten am 1. August Jubiläumsausgabe mit Maske und Sicherheitsabstand

Am 1. August beginnt das große Wagnis: die Salzburger Festspiele 2020. Als einziges großes Sommerfestival trotzen die Salzburger Corona und feiern einen Monat lang ihr 100-jähriges Bestehen – und die ganze Kulturwelt schaut gespannt zu. Dabei sind: Anna Netrebko, Igor Levit, Cecilia Bartoli, Daniel Barenboim und viele andere Stars der Klassikszene. BR-KLASSIK mit einem Ausblick auf diese ganz besonderen Festspiele.

Hofstallgasse in Salzburg: Grünes Licht für Salzburger Festspiele | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com

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In der Stadt selbst fühlt sich alles weitgehend normal an. Auch wenn es nicht ganz so gesteckt voll ist, wie sonst: Die Touristen flanieren durch die Getreidegasse, speisen Schnitzel und Salzburger Nockerln, erfreuen sich am prächtigen Sommerwetter. Alles ganz locker und größtenteils maskenfrei. Bei den Festspielen zeigt sich ein anderes Bild: Die Hygienerichtlinien werden sehr ernst genommen, das Publikum in Gruppen systematisch in den Zuschauerraum begleitet, die Mund-Nasen-Schutzmasken erst am Platz abgenommen. Das Personal und die Künstler halten sich ebenfalls penibel daran, auch wenn diese strengen Maßnahmen im krassen Gegensatz zu der Nähe auf der Bühne stehen. "Man fühlt sich ein bisschen blöd, dass man sich auf der Probebühne ganz normal benehmen kann, aber sobald man aufs Klo geht oder in der Pause ist, sich doch wieder maskieren muss", sagt Sopranistin Ausrine Stundyte, die heuer als Elektra debütiert. Gleichzeitig ist sie sich der großen Verantwortung bewusst, die auch die Festspielkünstler in dieser Situation tragen: "Lieber mehr Vorsicht, als zu wenig."

"Der Weg der Frauen"

Dirigentin Joana Mallwitz | Bildquelle: © Lutz Edelhoff / PR Erfurt Die erste Frau, die bei den Salzburger Festspielen eine Premiere dirigiert: Joana Mallwitz | Bildquelle: © Lutz Edelhoff / PR Erfurt

Zwei große Opern bieten die Salzburger Festspiele in diesem besonderen Jahr: wie geplant die komplette "Elektra" der beiden Festspielgründer Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal unter der Leitung von Franz Welser-Möst und in der Regie von Krzysztof Warlikowski. Und ein Werk, das ursprünglich nicht vorgesehen war: Mozarts "Così fan tutte" mit Joana Mallwitz am Pult. Sie ist die dritte Frau, die bei den Festspielen eine Oper dirigiert, aber die erste, die eine Premiere leitet. Mit ihr hat Regisseur Christof Loy eine eigene, gut zweistündige Version dieses Spiels der Geschlechter erarbeitet. "Der Weg der Frauen sollte in dieser Produktion musikalisch mehr Gewicht bekommen", erklärt Christof Loy. Gerade in dieser reduzierten Fassung, die der Regisseur zusammen mit Joana Mallwitz in zwei Tagen schnell auf die Beine gestellt hat, soll man besonders spüren, wie "die Männer auch an Abgründe kommen."

Die atmosphärische Situation wird eine ganz andere sein, als bei den Festspielen, die wir bis jetzt gekannt haben.
Intendant Markus Hinterhäuser

Klassik-Prominenz: Netrebko, Bartoli, Barenboim, Petrenko

Auch konzertant gibt es in Salzburg viel zu sehen und zu hören: Igor Levit spielt alle Klaviersonaten von Beethoven, Anna Netrebko singt einen Arienabend, genau wie Cecilia Bartoli. Als Dirigenten sind unter anderem Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Riccardo Muti, Andris Nelsons und Christian Thielemann zu Gast. Die Berliner Philharmoniker kommen mit Kirill Petrenko. Die Schauspielfans warten gespannt auf die Uraufführung von "Zdeněk Adamec" des Literatur-Nobelpreisträgers Peter Handke. Und natürlich: keine Salzburger Festspiele ohne "Jedermann". Übrigens, das einzige Stück, bei dem ein paar Tage vor Festspielbeginn alle Vorstellungen schon ausverkauft sind – sonst gibt es noch Tickets. Für den Intendaten Markus Hinterhäuser ist die Sorge vor einer Ansteckung ein möglicher Grund dafür, der weit größere allerdings: die Reisebeschränkungen. Auch atmosphärisch würden die Festspiele 2020 anders ausfallen als viele es gewohnt sind, betont Hinterhäuser.

In jedem Fall werden diese Festspiele historisch – und vielleicht bekommen sie ja, wenn alle gesund bleiben, auch einen ganz eigenen Zauber durch die besonderen Umstände. Eines steht jetzt bereits fest: Die Salzburger Festspiele werden Signalwirkung haben.

Es ist ein Versuch, der – wenn er denn glückt – auch fantastische Auswirkungen auf andere Institutionen haben kann, der Mut machen kann.
Intendat Markus Hinterhäuser

Salzburger Festspiele auf BR-KLASSIK erleben

BR-KLASSIK bringt die Salzburger Festspiele 2020 zu Ihnen nach Hause. Der runde Geburtstag "100 Jahre" wird mit einem Programmschwerpunkt im BR Fernsehen, im Radio und Onlineangebot von BR-KLASSIK gefeiert. Zu den Highlights zählen die Fernsehübertragung des legendären "Jedermann" vom Salzburger Domplatz live am 1. August und die Radioübertragungen der beiden Opernpremieren "Elektra" am 1. August und "Così fan tutte" am 15. August. Das vollständige Salzburg-Programm von BR-KLASSIK finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Programm und Tickets auf der Website der Salzburger Festspiele.

Sendung: "Allegro" am 31. Juli 2020 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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