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Bayreuther Festspiele

25. Juli - 28. August 2019

Bayreuther Festspiele - Ärger nach "Tannhäuser"-Premiere Schwarzer Travestiekünstler fühlt sich diskriminiert

Einen Tag nach der "Tannhäuser"-Premiere bei den Bayreuther Festspielen geht der schwarze Travestiekünstler "Le Gateau Chocolat" mit dem Publikum ins Gericht. Im Gegensatz zu den anderen Darstellern hatte er beim Schlussapplaus einige Buhs einstecken müssen. Darüber ärgerte sich "Le Gateau Chocolat" so sehr, dass er sich nun über die sozialen Netzwerke beim Publikum beschwerte.

Bei einer Performance am Weiher vor dem Festspielhaus singt Le Gateau Chocolat, Dragperformer, beim Beginn der Bayreuther Festspiele 2019.  | Bildquelle: picture-alliance/dpa: Tobias Hase

Bildquelle: picture-alliance/dpa: Tobias Hase

"Dass ich der einzige Charakter war, der auf dieser Bühne ausgebuht wurde, sagt viel darüber aus, wer ihr (immer noch) seid", schrieb er am Freitag auf Englisch auf Twitter und Facebook. Dem Regie-Team sei es wichtig gewesen, die "queere Identität" des Künstlers zu bewahren und zu zeigen. Es sei eine Identität, die "offensichtlich vielen von Euch fremd ist".

Vergleich mit der ersten schwarzen Venus

Der Travestiekünstler erinnerte in seinem Post an Grace Bumbry, die "schwarze Venus". Die schwarze Opernsängerin stand 1961 in Bayreuth auf der Bühne. "Ich stand gestern Nacht auf ihren Schultern", schrieb der Künstler auf Facebook. "Um stolz das weiterzutragen, was wirklich keine Provokation sein sollte." Er richtete seinen Post an das "liebe Bayreuth" und fragte zum Schluss: "Die Frage ist also, "Pilger", was genau buht Ihr da aus? Welch elende Schande."

Drag-Queen in der neuen "Tannhäuser"-Inszenierung

"Le Gateau Chocolat" spielt eine wichtige Rolle in der Neuproduktion von Regisseur Tobias Kratzer. Er bildet darin als Mitstreiter der Venus den freiheitsbetonten Gegenpart zur strengen Hochkultur und tritt in der ersten Pause mit einer Gesangseinlage im Park des Festspielhauses auf. Nach der Premiere wurde er von weiten Teilen des Publikums gefeiert, es gab aber auch vereinzelte Buhs. Auch das Regieteam und vor allem Dirigent Valery Gergiev mussten Unmutsbekundungen einstecken. Alle übrigen Darsteller wurden gefeiert.

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