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Beethoven bewegt

BR-KLASSIK feiert Beethovens 250. Geburtstag

Beethoven-Symphonien-Selfie #5 Ta-ta-ta-taa

Es ist Beethoven-Jahr. Darum hören Sie nicht nur bei uns seine Stücke, die bekannten wie die weniger bekannten, sondern wir lassen Beethovens Symphonien auch persönlich zu Wort kommen; das haben sie sich echt verdient. In dieser Folge unserer "Beethoven-Symphonien-Selfies" stellt sich seine Fünfte vor.

Beethoven-Symphonien-Selfie #5 | Bildquelle: BR/Alexander Naumann

Bildquelle: BR/Alexander Naumann

Selfie zum Anhören

(Klopfen an die "Studiotür": tock-tock-tock-tooock) Entschuldigung; Gewohnheit. Eigentlich würde ich ja lieber rufen: Re-vo-lu-tiooon! Ich bin doch nicht das Schicksal, das an die Tür klopft. Denken Sie etwa, dass Beethoven an ein unausweichliches Schicksal geglaubt hat? Gerade er? Aber was soll ich machen? Nach 200 Jahren kennt mich jeder und mögen mich die meisten. Immerhin! Mit den Jahren wurde ich nämlich zu DER Mustersymphonie.

Ach, ich wünschte, man könnte mich noch einmal ganz frisch hören. Wie 1808. Das Publikum war ratlos, fast verstört. Der große Louis Spohr hörte "nichtssagenden Lärm". Dabei hat’s das, was ich zu erzählen habe, in sich, das muss doch jeden packen. Das geht JEDEN an! Gleich mein erster Satz: Bedrohung!

Ludwig van Beethoven - Symphonie Nr. 5 | Bildquelle: dpa / Montage BR

Bildquelle: dpa / Montage BR

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Beethoven - Symphonie Nr. 5

Werk-Info

Noch größere Sogwirkung als die "Eroica" entwickelt die Fünfte Symphonie. Ta-ta-ta-taa – den Anfang kennt jedes Kind. Mit seiner Fünften bricht Beethoven in Richtung Romantik auf. Das Motto "Durch Nacht zum Licht" steht für die Sprengkraft dieser Symphonie, in der alles auf das triumphale Ende zusteuert. (Uraufführung Dezember 1808)

Hier alle Neune im Überblick

Da ist etwas! Was ist es? Ich kenne es nicht. Es will mir an den Kragen. Ich muss mich wehren! Nur WIE? Doch dann mein zweiter Satz: neu, ganz zart! Sind da etwa erste Hoffnungsschimmer? Langsam gewinne ich Mut. Bitte. Rufe. Haue mit der Faust auf den Tisch! Auf diesen Satz bin ich besonders stolz. Wie ich da die unterschiedlichsten Ideen in kürzester Folge, aber absolut schlüssig ineinandergreifen lasse! Das ist kein Ruhepol, das ist Drama! Großes Drama mit kleinsten Mitteln.

Der Groschen fällt

Dann der dritte Satz: wieder dieses fremde Klopfen, diesmal schleicht es sich heran. Aber jetzt hab ich keine Angst mehr. Nein, die Kräfte werden ausgewogener. Wir nähern uns einander an. Das Fremde wird vertrauter. Wer ist nun der Böse, wer der Gute? (immer begeisterter) Und dann mein Übergang in den letzten Satz: Da fällt der Groschen!

Schluss mit allem Konflikt! Jetzt verstehen wir uns. Jetzt geht es zusammen, nein, nicht in den Unter-, sondern den SonnenAUFgang. Durch die Nacht zum Licht! Damit stecken wir alle am Wegesrand an. Verzeihung, immer, wenn ich von mir spreche, verfalle ich in den Plural. Keine Grenze mehr zwischen Einzelnem und Allen! Damit löse ich ein, was die viel längere Dritte Symphonie nur verspricht. Und ich schenke, worauf die Neunte so stolz ist: nämlich Hoffnung auf ein neues Zeitalter. (atmet tief durch). Ist doch eine gute Story, oder?

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