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13. August 1942 – Disneys "Bambi" hat US-Premiere Orchestrale Filmmusik für einen jungen Hirsch

Mitten im Krieg zeigen die Walt Disney Studios in der Radio City Music Hall in Manhattan die Premiere von "Bambi". Zum ersten Mal flimmert die berührende Geschichte über den kleinen Hirsch und seine Freunde - das Kaninchen Klopfer und das Stinktier Blume - über die Leinwand.

Szene aus Walt Disneys "Bambi" | Bildquelle: picture-alliance/dpa/Walt Disney

Bildquelle: picture-alliance/dpa/Walt Disney

1936 beginnt Walt Disney die Vorproduktion für die herzzerreißende Lebensgeschichte von Bambi, dem sorglosen Kitz, das später selbst Familienvater und imposanter Anführer wird. Während der Dreharbeiten entsteht im Studio nach und nach ein kleiner Zoo. Ziel der Disney-Zeichner ist es, Bewegungen, Verhalten, sogar Gesichtsausdrücke von Hirsch, Kaninchen und Co. möglichst lebensecht zu treffen.

Orchestrale Stücke und Leitmotive für "Bambi"

Mit dem Kriegseintritt der USA werden die meisten zivilen Filmprojekte auf Eis gelegt. Doch an "Bambi" darf auf Hochtouren weiter gefeilt werden. Dreiviertel der Disney-Belegschaft sind mit dem jungen Hirsch zugange. Einige von ihnen arbeiten am Soundtrack. Frank Churchill, der schon die Disney-Streifen "Schneewittchen" und "Dumbo" vertont hat, komponiert die Lieder für "Bambi" - darunter das Hauptthema "Love is a Song" und den populären Hit "Little April Shower". Die orchestralen Stücke, die bis auf 18 Sekunden den kompletten Film durchziehen und die Figuren charakterisieren, stammen von Edward H. Plump, der seine Fähigkeiten für sekundengenaues Timing und Situationskomik später noch ein zweites Mal in der Trickfilmserie "Tom und Jerry" unter Beweis stellen wird. Für "Bambi" lässt sich Plump für seine satten Sounds auch von der klassischen Musik inspirieren. Er zitiert fast unverfremdet Ravels Orchesterstücke "Daphnis und Chloé" und "La Valse" und versieht manche Charaktere mit Leitmotiven, um ihnen in verschiedenen Szenen und Gemütslagen musikalisch eindringlich zu folgen.

Oscar-Nominierung

1943 wird Edward H. Plumps "Bambi"-Filmmusik für den Oscar nominiert. Ausgezeichnet wird sie zwar nicht, doch das ändert nichts daran, dass sie, wie der komplette Film, noch über 70 Jahre später zu den populärsten Produkten aus dem Imperium der Walt Disney Studios gehört.

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