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Morricone in München Filmmusik-Legende in der Olympiahalle

Ennio Morricone will es auch im hohen Alter von 88 noch wissen und ist unterwegs auf großer Tournee. Am 7. März wird der Oscarpreisträger in der Olympiahalle seine legendäre Filmmusik dirigieren.

Morricone | Bildquelle: Jelmar de Haas

Bildquelle: Jelmar de Haas

Während viele seiner Melodien um die Welt gingen, machte sich der Meister selbst eher rar. Die Partituren seiner genialen Soundtracks hielt er stets unter Verschluss, Konzerte gab es lange gar nicht - war er doch immer der Meinung, dass Filmmusik veröffentlicht sei, sobald sie im Film selbst oder auf dem zugehörigen Soundtrack-Album erklinge.

Jetzt tritt er wieder dirigierend aufs Podium: Seine "The 60 Years of Music"-Tournee begann bereits im Januar 2016 in Prag, seither führte er seine legendären Soundtracks in den großen Konzerthallen Europas, u.a. in London, Amsterdam und Paris, auf.

Musikalische Lebensgeschichte von Leone bis Tarantino

Über 350.000 Zuschauer waren bisher dabei und erlebten im Konzert eine Reise durch Morricones musikalische Lebensgeschichte. Klangliche Erinnerungen an italienische Regisseure sind Teil des Programms: zum Beispiel an Morricones Schulfreund Sergio Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod", "Zwei glorreiche Halunken", "Für eine handvoll Dollar"), aber auch an Giuseppe Tornatore, mit dem Morricone regelmäßig zusammenarbeitete.

Morricone | Bildquelle: Jelmar de Haas Mit 88 am Pult und alles im Griff. | Bildquelle: Jelmar de Haas Außerdem im Rahmen der Tour live zu erleben: Musik für die Ennio Morricone 1987 mit seinem ersten Golden Globe geehrt wurde, nämlich die zu "Mission" von Roland Joffé - und selbstverständlich auch die, die endlich seinen Oscargewinn bedeutete: Quentin Tarantinos "The Hateful Eight".

Die Freiheit des Konzerts

Bei einem Interview zur Tournee in Paris erklärte Morricone gegenüber BR-KLASSIK, dass er begeistert von den Möglichkeiten im Konzert sei: "Ich möchte meine Musik von mir dirigiert hören. Die Musik die ich schreibe unterliegt ja dem Zwang der Kinobilder, der exakten Länge. Die Stoppuhr ist eine Art Gefängnis für die Interpretation, während ich im Konzert mehr Freiheiten habe, unabhängig vom Chronometer - und das wiederum gefällt den Leuten."

Das Tschechische Nationale Symphonieorchester

Ennio Morricone in Paris | Bildquelle: picture-alliance/dpa Der Maestro und sein Orchester beim Schlussapplaus in Paris | Bildquelle: picture-alliance/dpa Mit dem Tschechischen Nationalen Symphonieorchester ist Ennio Morricone bereits seit längerer Zeit verbunden: schon für seine "50 Years of Music"-Tournee vor zehn Jahren reisten die Prager mit ihm um die Welt. Außerdem nahmen das ČNSO und der Maestro einige Scores im Studio gemeinsam auf - auch den oscargekrönten zu "The Hateful Eight".

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