BR-KLASSIK

Inhalt

Filmmusik-Oscars Wussten Sie, dass ...?

Am 4. März, in der Nacht von Sonntag auf Montag, werden die Oscars verliehen. Filmkomponisten-Stars wie Hans Zimmer oder John Williams warten in diesem Jahr auf eine der begehrten Auszeichnungen für ihre "Scores". Nur: Wer darf überhaupt an den Start gehen? Viele Regeln erschweren die Nominierung und sorgen immer wieder für Aufregung.

"Hollywood Schriftzug" in den Hollywood Hills Los Angeles | Bildquelle: imago/PanoramiC

Bildquelle: imago/PanoramiC

Exklusive Filmkomposition

  • Wussten Sie, dass nur Filmmusik nominiert werden kann, die eigens für den Kino-Spielfilm geschrieben wurde? Das heißt, wenn ein Komponist ein Klavierkonzert geschrieben hat, das er später für einen Film verwendet: Keine Nominierung! Aber Achtung: Ennio Morricone hat beispielsweise für seine Musik zum Tarantino-Streifen "Hateful Eight" ältere Arbeiten für "Das Ding aus einer anderen Welt" recycelt - und wurde trotzdem nominiert.

Komposition im Vordergrund

  • ... die komponierte Filmmusik für eine Nominierung nicht durch bereits existierende Musik verwässert sein darf? Das betrifft die Verwendung von musikalischen Vorlagen, aber auch den Anteil, den eigens komponierte Musik am Gesamt-Score hat. Diese Regel hat bereits für viele Diskussionen gesorgt. Sie verhinderte sowohl eine Nominierung von Carter Burwell für den Coen-Brüder-Film "True Grit" als auch von Antonio Sánchez für seine vielfach preisgekrönte Schlagzeug-Performance für "Birdman". Burwell hatte die Melodien alter Kirchenlieder verwendet, bei "Birdman" waren die Mitglieder der Musik-Abteilung der Academy der Ansicht, dass Sánchez' Drums zu weit in den Hintergrund treten gegenüber klassischer Musik, die im Film auch zu hören ist (zum Beispiel von Peter Tschaikowsky). Ob die Komponisten der Academy verhindern wollten, dass ein Schlagzeuger einen Oscar erhält? Auf jeden Fall:
Skandal!

Klare Autorenschaft

  • ... in der Regel nur eine der begehrten goldenen Statuen vergeben wird? Es sei denn, zwei Komponisten sind jeweils mit genau 50 Prozent an dem Filmscore beteiligt gewesen - dann können auch zwei Statuen vergeben werden. Vorsicht: Wenn sich nicht genau ermitteln lässt, wer welchen Anteil an der Komposition hatte: keine Nominierung! Diese Regel hat verhindert, dass 2016 der Oscar-Favorit "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio auch in der Kategorie "Beste Filmmusik" ins Rennen gehen konnte.

Mehr Oscars für Songs

  • ... in der Kategorie "Bester Film-Song" generell zwei, manchmal auch drei Statuen vergeben werden? Weil bei den Songs meistens mindestens ein Text-Autor und ein Komponist zusammengearbeitet haben.

Nominierungs-Berechtigte

  • ... nur Komponisten/Songwriter oder Agenten dieser "Scores" zur Nominierung vorschlagen/einreichen können? Studios oder Produktionsfirmen dürfen das nicht!

Die Auswahl

  • ... alle Mitglieder der Musik-Abteilung (Academy Music Branch) der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" (die Organisation, die die Oscars vergibt) ihre fünf Favoriten in bevorzugter Reihenfolge wählen?

Die Abstimmung

  • ... in der Musik-Abteilung um die 270 Mitglieder sitzen? Um eine Nominierung zu erhalten, braucht man mindestens 50 Stimmen, falls alle wählen.

Die Entscheidung

  • ... schließlich auch beim Filmmusik-Oscar die gesamte "Academy" gefragt ist? Ihre derzeit 6.687 Mitglieder wählen den/die Sieger mit den meisten Stimmen in bevorzugter Reihenfolge.

Mehr Informationen:

Das gesamte Oscar-Regelwerk finden Sie hier.

    AV-Player