BR-KLASSIK

Inhalt

Ludwig van Beethoven Klaviersonate op. 31 Nr. 2

Auf die Frage nach dem Schlüssel zur Sonate Opus 31 Nr. 2 antwortete Beethoven seinerzeit maulfaul, Schindler, sein von Goethe abgewandelter Eckermann, solle doch mal in Shakespeares "Sturm" hineinschauen. Warum das Stück seitdem "Sturm-Sonate" heißt, weiß niemand.

Porträt Ludwig van Beethoven | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Das starke Stück

Beethoven - Klaviersonate op. 31 Nr. 2

Wie frei Beethoven im Opus 31 Nr. 2 mit dem zu seiner Zeit geltenden Regelwerk eines Sonatenhauptsatzes umging, ist schon daran erkennbar, dass die Experten sich bis heute nicht einigen können, ob die ersten zwanzig Takte die Einleitung sind oder schon das erste Thema.

Sonatenhauptsatzform völlig umgekrempelt

Es handelt sich auf jeden Fall um einen Dialog, der den ganzen Satz hindurch geführt wird. Da ist jemand, der ist schüchtern, träumerisch und zögerlich. Der wird bestürmt von jemand anderem, der ausgesprochen unternehmungslustig wirkt.

So viel Veränderung und Bewegung und Abwechslung gab es vor Beethoven immer erst im Mittelteil so eines Sonatensatzes, in der Durchführung. Dort aber bringt Beethoven nach drei der träumerischen Anfangsakkorde, dann nur das zweite Thema. Und im abschließenden dritten Sonatenteil, der Reprise, macht er es so komplett anders als üblich, dass die Reprise zum Höhepunkt der Sonate wird.
Statt alles zu wiederholen, bringt er zwei Rezitative, kurz unterbrochen nur von der Umkehrung des Anfangsdialogs. Der einsame Träumer hat seinen großen Auftritt, die Musik wandert aus in die Sprache.

Musik-Info

Ludwig van Beethoven - Sonate für Klavier d-Moll, op. 31 Nr. 2, "Sturm-Sonate"

Ronald Brautigam, Hammerflügel

CD-Titel: Beethoven - Sämtliche Klavierwerke Vol. 5
Label: Bis Records

Mehr Solomusik

    AV-Player