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Franz Schubert Moments musicaux

In seinem letzten Lebensjahr hat Franz Schubert sechs wunderbare "musikalische Augenblicke" an die Öffentlichkeit gegeben. Die "Moments musicaux" stellen eine ganz besondere Wendung in der Geschichte der Klavierliteratur dar.

Porträt Franz Schubert | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Das starke Stück

Schuberts "Moments Musicaux"

Als der Komponist den Zyklus aus den sechs "Moments musicaux" in Druck gab, konnte er sicher nicht damit rechnen, dass sie zusammen mit den Impromptus sogar sein gesamtes Klavierwerk an Popularität in den Schatten stellen würden. Alles, was sich Schubert wünschte, war endlich einmal einen Verkaufserfolg. So hielt er sich in den technischen Anforderungen bewusst zurück.

Neue Gattung der Klavierminiatur

Die Bandbreite der Stimmungen und Klangfarben in diesen sechs Miniaturen ist enorm. "Er hat Töne für die feinsten Empfindungen, Gedanken, ja Begebenheiten und Lebenszustände", schrieb Robert Schumann über Schuberts Klaviermusik. Doch außer ihrer mannigfaltigen Stimmungen haben die "Moments musicaux" noch eine andere Bedeutung in der Musikliteratur. Schubert schuf damit als erster die Gattung der Klavierminiatur, die sich später unter tausend verschiedenen Namen als "Lied ohne Worte", "Intermezzo" und ähnlichen Bezeichnungen in Hülle und Fülle entfaltete.

Zwischen Klassik und Romantik

Die "Moments" stehen zwar stilistisch mit einem Fuß noch in der Wiener Klassik; es sind Tänze, Etüden, Variationen. Doch haben die Stücke bereits einen neuen Inhalt. Und eine neue Form der knappsten Art, Gefühle auszudrücken. Eben aus diesen kleinen Klavierstücken Schuberts erwuchsen die Wege, die Schumann, Mendelssohn, Brahms, Rachmaninow und viele andere Komponisten gingen - die Wege der romantischen Klaviermusik.

Musik-Info

Franz Schubert - Moments musicaux für Klavier, D 780, op. 94

Nikolai Tokarewv Klavier
Label: Sony Classical

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