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Filmtipp - "Score" Eine Geschichte der Filmmusik

Die Musik ist der Puls, der Herzschlag eines jeden Films. Aber wie weckt sie unsere Emotionen? Was sind die Tricks der Komponisten? Dem faszinierenden Phänomen Filmmusik ist Regisseur Matt Schrader in seinem Dokumentarfilm "Score" auf der Spur. Ab Donnerstag läuft der Film in den deutschen Kinos.

Hans Zimmer im Studio | Bildquelle: 2017 Epicleff Media/NFP marketing & distribution*

Bildquelle: 2017 Epicleff Media/NFP marketing & distribution*

Filmtipp zum Anhören

"Score - Eine Geschichte der Filmmusik"

Damit fing 1933 alles an: mit dem ersten symphonischen Soundtrack aller Zeiten - "King Kong" von Max Steiner. Und damit beginnt auch der Versuch von Regisseur Matt Schrader, die Geschichte der Filmmusik zu erzählen - oder besser gesagt, erzählen zu lassen. Denn in diesem Film haben die Komponisten das Wort.

Klangmagier und ihre Geheimnisse

Zweiundvierzig der bekanntesten Hollywood-Komponisten erklären ihre Leidenschaft und geben Einblicke in ihre Arbeit. Endlich sieht man mal die Gesichter derer, die die musikalische Stimmung zu den Leinwand-Bildern zaubern - darunter Danny Elfman, Marco Beltrami, Rachel Portman, Quincy Jones und natürlich John Williams.

Legendäre Soundtracks und Urheberstreit

John Williams, dem Komponisten von "Indiana Jones" und "Star Wars" ist das Kapitel über die 70er Jahre gewidmet. Wiliams ist ein Protagonist der Renaissance des symphonischen Scores nach langer Zeit des Jazz. Für die Achtziger und den Einzug des Pop in die Filmmusik steht Dany Elfman, der Haus- und Hofkomponist von Tim Burton. Stilbildend für die 90er und 2000er ist natürlich Hans Zimmer. "Hans macht aus Streichern Gitarristen", sagt John Debney, der Komponist von "Die Passion Christi". "Sie spielen den Rhythmus. Das ist wirklich enorm interessant! Ich glaube nicht, dass das schon mal jemand gemacht hat."
Ganz unstrittig ist nicht, ob es tatsächlich Hans Zimmer oder nicht vielmehr Klaus Badelt war, der "Fluch der Karibik" geschrieben hat. Der Film lässt den Urheberstreit großzügig außen vor - vielleicht weil Hans Zimmer die Arbeit am Film sehr kooperativ unterstützte, wie der Regisseur in einem Interview betonte.

Die Tricks der Komponisten

Rachel Portman am Klavier | Bildquelle: 2017 Epicleff Media/NFP marketing & distribution* Komponistin Rachel Portman am Klavier | Bildquelle: 2017 Epicleff Media/NFP marketing & distribution* Neben dem Versuch, eine Historiographie der Filmmusik zu schreiben, gibt es in "Score" auch spannende Einblicke in die Produktionsprozesse: Man lernt verrückte, zum Teil selbstgebaute Instrumente kennen - und bekommt Eintritt in die Heiligen Hallen: die legendären Studios, in denen die Komponisten am richtigen Sound basteln. Und Oscarpreisträgerin Rachel Portman lässt sich am Klavier über die Schulter schauen, wie sie konzentriert eine Filmszene aus "Zeit für Legenden" sichtet und dazu die ersten Improvisationen macht: "Ich möchte gerne leise anfangen", erklärt Portman. "In der Szene gibt es einen Stimmungswechsel. Das ist häufig das Stichwort für die Musik, jetzt einzusetzen."

Filmmusik - ein uferloses Thema

"Score - eine Geschichte der Filmmusik" ist ein sehr beeindruckender, ja einzigartiger Film, der für Regisseur Matt Schrader echte Fleißarbeit gewesen sein muss: Die akribische Archivrecherche und das unglaubliche Aufgebot der Stars zeugen von aufwendigster Vorbereitung. Doch leider liegt auch genau hier eine Gefahr: Obwohl der Film sich auf die Stars beschränkt und Geheimtipps außen vor lässt, ist das komplexe Thema kaum zu bändigen. Die "Materialschlacht" an Filmausschnitten und Musikbeispielen macht den Film bisweilen unübersichtlich: Kaum hat man sich auf einen Komponisten im Interview eingelassen, kommt schon ein Statement des nächsten, kaum versteht man die Kompositionsarbeit in einem Genre, wird schon ein anderes erklärt. Diese rauschende Stoff- und Zitatsammlung überfordert fast schon den Zuschauer. Am besten sieht man sich "Score" im Kino an und kauft den Film später, um ihn immer wieder ansehen zu können, bis man jedes Detail verstanden hat. Denn das lohnt sich. "Score" ist ein Muss für Filmmusikfans und eine Dokumentation der Highlights des Genres, die längst fällig war.

"Score - Eine Geschichte der Filmmusik"

Regie: Matt Schrader
Dauer: 93 Minuten
Dokumentarfilm

Filmstart: 4. Januar 2018

Sendung: "Allegro" am 4. Januar 2018 ab 6.05 Uhr auf BR-KLASSIK

BR-KLASSIK verlost außerdem Kinokarten für "Score" in "Cinema" am 7. Januar 2018 ab 18.05 Uhr.

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