BR-KLASSIK

Inhalt

Donnerstag, 12.04.2018

19:05 bis 20:00 Uhr

BR-KLASSIK

zur Übersicht
Isasi Quartet mit Karine Deshayes | Bildquelle: Isasi Quartet

Bildquelle: Isasi Quartet

Aus dem Studio Franken: KlassikPlus

Künstler im Gespräch, Reportagen aus der Musikwelt, Interessantes vor und hinter den Kulissen - immer donnerstags um 19.05 Uhr in KlassikPlus.

Seit Joseph Haydn und der Wiener Klassik gilt das Streichquartett als die anspruchsvollste Gattung der Instrumentalmusik, als deren "Königsklasse" sozusagen. Dabei ist das Streichquartett noch mehr als die Symphonie zugleich der Inbegriff der "absoluten Musik" - der Musik, die anders als Oper, Geistliche Musik oder Symphonische Dichtung ihre Autonomie wahrt, die sich nicht vereinnahmen lässt als eine "Dienerin", die eine Handlung zu schildern, eine Situation zu untermalen, eine Person zu porträtieren oder Worte zu "transportieren" hat. Das Streichquartett steht für die reinste Form der Musik - abgehoben, abstrakt, eben absolut. Insofern war es wie ein Sakrileg, als Arnold Schönberg 1908 in seinem 2. Streichquartett eine Sopranstimme hinzuzog. Im dritten und vierten Satz singt sie Gedichte von Stefan George, darunter die prophetischen Worte "Ich fühle Luft von anderen Planeten", die auf Schönbergs Umwälzungen bald darauf deuten. Auch das Aufbrechen der Streichquartett-Tradition durch ihre Vermengung mit der Liedkunst gehört zu diesen Umwälzungen. Was manche als Mesalliance ansahen, wurde bald von anderen nachgeahmt - zum Beispiel von Ottorino Respighi ("Il Tramonto", 1914), Samuel Barber ("Dover Beach", 1931) oder von Othmar Schoeck ("Notturno", 1933). Unter dem Titel "Musikalische 4+1-Gespräche" spürt Klaus Meyer der scheinbar unvereinbaren Kombination und Konfrontation von Streichquartett und Gesangsstimme nach.

Musikalische 4+1-Gespräche
Werke für Gesangsstimme und Streichquartett
Von Klaus Meyer

    AV-Player