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Montag, 01.10.2018

12:05 bis 14:00 Uhr

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Das Chinesische Teehaus im Park Sanssouci | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Aus dem Studio Franken Mittagsmusik

Am Mikrofon: Tobias Föhrenbach

Die Mittagsmusik bietet zwei Stunden lang die ganze Welt der Musik: Archivschätze und rare Produktionen aus unseren Studios, brandneue Veröffentlichungen mit gefeierten Opernstars und Geheimtipps der Musikszene, Operettenohrwürmer und Ragtime. Täglich dabei: Das besondere Thema der Woche. Ihren ganz persönlichen Hit wünschen Sie sich unter der kostenfreien Nummer 0800-7733377.

Musikalische Chinoiserien

Wenn westliche Komponisten chinesisch schreiben

Chinoiserien sind in der europäischen Kunst seit dem 18. Jahrhundert Arbeiten im chinesischen Stil: Zeichnungen und Malereien in klein und in groß wie manche Fresken von Tiepolo. Auch architektonische Kleinodien wie das Chinesische Teehaus im Park Sanssouci von Potsdam gehören dazu sowie kunstgewerbliche Miniaturen aller Art. Und auch in der abendländischen Musik kennt man die Chinoiserie, zumal im Zuge des Exotismus-Fiebers, der Begeisterung für alles Fremde und Ferne am Fin de Siècle des 19. Jahrhunderts und in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts. Unter dem Motto "Musikalische Chinoiserien - Wenn westliche Komponisten chinesisch schreiben" präsentierten wir Ihnen im Thema der Woche der Mittagsmusik aus dem Studio Franken Anfang Oktober jeden Tag eine dieser Werke im chinesischen Stil.

Von der Jugend

Den Anfang am Montag macht Gustav Mahler. Auch der große deutsch-österreichisch-böhmische Weltanschauungssymphoniker der Spätromantik schrieb ein Werk, das sich in die allgemeine Begeisterung für das Fernöstliche um 1900 einfügt. Es ist "Das Lied von der Erde", eine Symphonie für zwei Gesangsstimmen und Orchester, vollendet 1908, kurz bevor Mahler mit der Arbeit an seiner letzten vollendeten Symphonie, der Neunten, begann. Das "Lied von der Erde" ist also ein Spätwerk des Komponisten. Es besteht aus sechs Orchesterliedern (oder Orchestergesängen) nach Gedichten aus der 1907 erschienenen Sammlung "Die chinesische Flöte" - einer Anthologie, die überwiegend altchinesische Lyrik in freier Nachdichtung durch Hans Bethge enthält. Die Gedichte handeln von Jugend und Schönheit, vom Wein, von Einsamkeit und von der Kürze des Lebens. Sechst dieser Gedichte wählte Mahler aus. An der dritten Stelle in der Satzfolge seiner Symphonie steht eine Vertonung, die eine echte kleine musikalische Chinoiserie ist. Von ihrer Form her ist sie ein dreiteiliges Miniatur-Scherzo mit einem Mittelteil in g-Moll und Rahmenteilen, die jene Stilmittel einsetzen, derer sich westliche Komponisten so gerne bedienen, wenn sie chinesisch schreiben: Pentatonik, helle Klangfarben und ein zierlich-flinker Gestus. "Von der Jugend" ist das Lied überschrieben, und es schildert voller Poesie eine idyllische Szene in einem Pavillon. Die ersten Verse des Gedichts malen dabei gleichsam ein pastellfarbenes Miniaturbild aus chinesischen Motiven, wie man sie auch auf der Kanne, den Tassen und Tellern eines chinesischen Tee-Service finden kann:

Mitten in dem kleinem Teiche
steht ein Pavillon aus grünem
und aus weißem Porzellan.

Wie der Rücken eines Tigers
wölbt die Brücke sich aus Jade
zu dem Pavillon hinüber.

In dem Häuschen sitzen Freunde,
schön gekleidet, trinken, plaudern,
manche schreiben Verse nieder…

Musiktitel

Liste der gespielten Musiktitel mit Komponist oder Interpret
Uhrzeit Werk/Titel Komponist/Interpret
12:08 Capriolen Peter Kreuder (1905-1981) / Peter Igelhoff & sein Ensemble
12:11 4. Satz aus: Suite Nr.5 E-Dur, HWV 430 Georg Friedrich Händel (1685-1759) / Murray Perahia
12:15 I like Chinese Eric Idle / Monty Python
12:20 Nr. 3 aus: Das Lied von der Erde Gustav Mahler (1860-1911) / Ben Heppner (Tenor); Symphonieorchester des BR; Lorin Maazel
12:24 Drei Episoden für Fagott und Orchester Edgar Bredow (1913-1992) / Thomas Meier; Studio-Orchester Nürnberg; Edgar Bredow
12:34 aus: Krieg und Frieden Sergej Prokofjew (1891-1953) / Ildar Abdrazakov (Bass); Kaunas City Symphony Orchestra; Constantine Orbelian
12:37 4. Satz aus: Sinfonie Nr.34 C-Dur, KV 338 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) / English Baroque Soloists; Gardiner
12:43 aus: Il barbiere di Siviglia Gioachino Rossini (1792-1868) / Baltsa; Araiza; Allen; Trimarchi; Lloyd; Academy of St. Martin in the Fields; Neville Marriner
12:51 Fesche Geister. Walzer für Orchester, op. 75 Eduard Strauß (1835-1916) / Czech Chamber Philharmonic Orchestra Pardubice; John Gerogiadis
13:05 4. Satz aus: Im Zirkus. Suite für Orchester Karèn Chatschaturjan (1920-2011) / SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern; Emmerich Smola
13:10 aus: Die Zirkusprinzessin Emmerich Kálmán (1882-1953) / Ferry Gruber; Chor der Deutschen Oper Berlin; Berliner Symphoniker; Robert Stolz
13:13 The Circus Band Charles Ives (1874-1954) / San Francisco SO; Chorus; Tilson Thomas
13:16 An die Musik, D 547. Bearbeitung für Singstimme und Orchester Franz Schubert (1797-1828) / Bo Skovhus; Dänisches Nationales Radio-Sinfonieorchester; Stefan Vladar
13:19 Nr. 4: As-Dur aus: Sieben Walzer für Klavier, op. 11 Max Reger (1873-1916) / Markus Becker
13:23 Nessun dorma Giacomo Puccini / Paul Potts
13:27 4. Satz aus: Bläserpartita F-Dur, op.57 Franz Krommer (1759-1831) / Bläserensemble Sabine Meyer
13:32 Romanze, aus: Grand Sonata in A-Dur Nicolò Paganini / Alejandro Carrillo Gamboa (Gitarre)
13:36 Alexander's Ragtime Band Irving Berlin (1888-1989) / Travelin' Light
13:42 aus: Begin the beguine Cole Porter (1891-1964) / Thomas Hampson; London Symphony Orchestra; John McGlinn
13:49 3. Satz aus: Sinfonia concertante F-Dur, B 113

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