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Sonntag, 25.11.2018

23:05 bis 00:00 Uhr

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Jakob Schönberg | Bildquelle: © Günter Hänssler

Bildquelle: © Günter Hänssler

Aus dem Studio Franken Musik der Welt

Fremde Länder, fremde Klänge in Features, Reportagen und Interviews. Ein internationales Autoren-Team präsentiert Musik rund um den Globus, vom Porträt bis zum Konzertmitschnitt.

Der unbekannte Schönberg: Während Arnold Schönberg weltweit für den Aufbruch in die musikalische Moderne steht, ist sein entfernter Verwandter Jakob Schönberg, der ebenfalls Komponist war, heute vergessen.
Für Jakob Schönberg, 1900 in Fürth geboren, waren insbesondere die traditionellen jüdischen Gesänge der Synagoge Impuls für sein eigenes Schaffen. Er erforschte sie in seiner Dissertation von 1926 und strebte auf ihrer Basis nach einer genuin jüdischen Kunstmusik. Er arbeitete zudem als Musikkritiker der „Nürnberger Zeitung“ und Musikberater für den Rundfunksender „Deutsche Stunde in Bayern“, aus dem später der Bayerische Rundfunk hervorging. 1933 wurde Schönberg aus allen seinen beruflichen Tätigkeiten entlassen und ging nach Berlin, wo er sich im „Jüdischen Kulturbund“ engagierte, der einzigen Möglichkeit für jüdische Künstler, noch aufzutreten. Die Verfolgung verstärkte seine zionistische Haltung und er sah seinen Beitrag zu dieser Bewegung darin, die deutschen Juden mit der Folklore der jüdischen Bevölkerung in Palästina vertraut zu machen. Sie sollte die kulturelle Basis bilden, auf der ein zukünftiger Staat Israel im Heiligen Land zu einer eigenen musikalischen Identität finden sollte. Schönberg gab 1935 einen wegweisenden Sammelband mit Volksliedern aus dem Land Israel heraus: „Schirej Eretz Israel“ rief in der bedrängten jüdischen Welt Deutschlands ein großes Echo hervor.
In „Musik der Welt“ beleuchtet Wolfgang Schicker zusammen mit dem Musikforscher und Pianisten Jascha Nemtsov die Beschäftigung und kreative Auseinandersetzung Jakob Schönbergs mit den traditionellen Melodien des Judentums und die Suche nach einer „neuen“ jüdischen Kunstmusik.

"… den Melismen der orientalischen Juden nachlauschend"
Der Komponist und Musikforscher Jakob Schönberg
Von Wolfgang Schicker

Jakob Schönberg: Chassidische Suite (Jascha Nemtsov, Klavier)
Best.nr./Label: PH12023 / PROFIL edition günter hänssler
Jakob Schönberg: Klavierquartett (Frank Reinecke, Violine; Stefan Fehlandt, Viola; Stephan Forck, Violoncello; Jascha Nemtsov, Klavier)
Best.nr./Label: PH12023 / PROFIL edition günter hänssler
Daniel Sambursky: "Shir ha emek" (Channa Kipnis, Vokal; Orchester Petruschka: Sigmund Petruschka)
Best.nr./Label: BCD 16030 LM / Bear Family Records
Joel Walbe: "Hora Medura" (Mordechai Roth, Tenor; Orchester Petruschka: Sigmund Petruschka)
Best.nr./Label: BCD 16030 LM / Bear Family Records
Jakob Schönberg: 2 hebräische Lieder (Tehila Nini Goldstein, Sopran; Eleonore Pameijer, Flöte; Stefan Fehlandt, Viola)
Best.nr./Label: PH12023 / PROFIL edition günter hänssler
u.a.

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