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Freitag, 19.07.2024

18:05 bis 20:00 Uhr

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BRSO trifft Blasmusik | Bildquelle: BR\Astrid Ackermann

Bildquelle: BR\Astrid Ackermann

FESTSPIELZEIT Symphonischer Hoagascht - Das Konzert

Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Sir Simon Rattle will Bayern und die bayerische Musikkultur kennen lernen und zielt dabei nicht nur auf das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das er seit der Saison 2023/24 als Chefdirigent leitet. Zu seiner neuen Heimat gehört für Simon Rattle auch die Blasmusiktradition Bayerns. In einem „Symphonischen Hoagascht“ musizieren dazu 4 ausgewählte Bläserensembles zusammen mit dem Symphonieorchester des BR und heben dabei als Uraufführung das eigens für diesen Anlass entstandene Werk PHON des Würzburger Komponisten Lorenz Dangel aus der Taufe. Die Ulrichsbläser Büchlberg, das Jugendblasorchester Marktoberdorf, das Blasorchester Möckenlohe, die Brass Band Unterallgäu und das Symphonieorchester des BR zaubern mit ihrem jeweils spezifischen Klangbild und ihrer jeweiligen spezifischen musikalischen Herkunft in insgesamt 10 Abschnitten eine kontrastreiche Interaktion auf die Bühne; ein „phon“etisches Gesamtkunstwerk aus gut 300 Akteure, die einerseits intensiv miteinander kommunizieren, andrerseits sich aber auch in ihrer unverwechselbaren Individualität präsentieren.

Ein Klassiker - Die Lincolnshire Posy von Grainger

Umrahmt wird diese Uraufführung von zwei Klassikern der sinfonischen Blasorchesterliteratur. Mit der Lincolnshire Posy von Percy Aldridge Grainger hat Simon Rattle eine Grußbotschaft aus seiner britischen Heimat mitgebracht, zu der auch die englische Grafschaft Lincolnshire gehört. Ihr musikalisches Volksgut hielt der passionierte Volksliedsammler Grainger zu Beginn des 20. Jh. mit einem Wachsphonographen fest und formte daraus 1937 ein Melodienbouquet aus sechs unterschiedlichen Charakterzeichnungen, mit denen er, mehr noch als die Musik selbst, die Persönlichkeiten, die ihm diese Melodien vorsangen, musikalisch „einfangen“ wollte.

Monumentale Revolutionsmusik - Die Symphonie funèbre et triomphale von Berlioz

Den Abschluss bildet die monumentale Grande Symhonie funèbre et triomphalevon Hector Berlioz. Der Franzose hatte sie 1840 als Zeremonialmusik zur Überführung der sterblichen Überreste der Helden der Julirevolution von 1830 komponiert. Sie wurden in einem neuen Ehrenmal am Fuße der sogenannten „Juli-Säule“ an der Place de la Bastille in Paris neu beigesetzt, begleitet von einem Massenaufgebot von gut 200 Militärmusikern und höchstselbst vom Komponisten dirigiert. Auf einem gut 7 km langen Prozessionsweg zog man durch halb Paris dorthin, wo man 1789, anlässlich der „ersten“ französischen Revolution das damals noch existierende Festungsgefängnis erstürmte. Für den Trauerzug und die anschließende Feierstunde sollte die Musik Berlioz‘ einen würdigen akustischen Rahmen bieten. Bis heute ist diese Trauersymphonie samt ihres Triumphmarsches mit das am größten besetzte Originalwerk für Blasorchester geblieben.

Einschätzungen von Lorenz Dangel und den Blasmusikerinnen und Blasmusikern

Zwischendurch unterhält sich Stephan Ametsbichler mit dem Komponisten des Auftragswerkes, Lorenz Dangel, sowie mit Musikerinnen und Musikern aus den beteiligten Blasorchestern.

Mit den Ulrichsbläsern Büchlberg, dem Jugendblasorchester Marktoberdorf, dem Blasorchester Möckenlohe und der Brass Band Unterallgäu
Leitung: Simon Rattle
Moderation: Stephan Ametsbichler
Percy Grainger: "Lincolnshire Posy"; Lorenz Dangel: "PHON" (Uraufführung); Hector Berlioz: "Symphonie funèbre et triomphale", op. 15
Aufnahme vom 7. Juli 2024 aus dem Showpalast in München

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