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Freitag, 11.12.2015

12:05 bis 13:00 Uhr

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Frank Sinatra bei einem Auftritt, aufgenommen von dem Fotografen Bob Willoughby. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Mittagsmusik

Mit Ele Martens

Die Mittagsmusik bietet zwei Stunden lang die ganze Welt der Musik: Archivschätze und rare Produktionen aus unseren Studios, brandneue Veröffentlichungen mit gefeierten Opernstars und Geheimtipps der Musikszene, Operettenohrwürmer und Ragtime. Täglich dabei: Das besondere Thema der Woche. Ihren ganz persönlichen Hit wünschen Sie sich unter der kostenfreien Nummer 0800 - 77 333 77.

Mittagsmusik - Thema der Woche
The Best is yet to come! - Frank Sinatra zum 100. Geburtstag

Die amerikanische Musik-Ikone Frank Sinatra
Am 12. Dezember wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden. Seine unverwechselbare Stimme, der er den Beinamen "The Voice" verdankt, prägte das amerikanische Unterhaltungsgeschäft für ein halbes Jahrhundert. Er war das Idol der Swing Ära, das der Amerikaner der Kriegs- und Nachkriegsgeneration. Schon 1942, mit 27 Jahren brachte er mit einem Konzertauftritt den Autoverkehr am New Yorker Times Square zum Erliegen und die Frauen zum Kreischen.

Doch was macht Sinatra zu der herausragenden Sänger-Legende des 20. Jahrhunderts?

War es die schiere Dauer seines Erfolgs? Ein halbes Jahrhundert lang war er omnipräsent, von Ende der 1930er Jahre an. Sein erstes Abschiedskonzert war 1971, aber damit war seine Karriere noch lange nicht beendet. Nur zwei Jahre dauerte der Bühnenabschied, dann war Sinatra zurück, hatte neue Hits wie "New York, New York" und gab weiterhin unermüdlich Konzerte. Eine Karriere, die quasi bis zu seinem Tod 1998 dauerte.

Ist es seine warme, zugleich sanft und kräftige Bariton-Stimme? Sein Gefühl für das richtige Timing und den Rhythmus, seine Stilsicherheit im Jazz? Seine Perfektion bei der Arbeit?  Nichts überließ er  dem Zufall und erschien immer hundertprozentig vorbereitet zu Aufnahmen.

Mister Cool
Ist es sein Charisma und seine Begabung als Schauspieler - leidenschaftlich und bedingungslos mit Haut und Haar? Für seine Rolle als Angelo Maggio, ein amerikanisch-italienischer GI in dem Film "Verdammt in alle Ewigkeit" bekam Sinatra 1954 den Oscar für die beste Nebenrolle.

Oder ist es seine unglaubliche Coolness, die für eine ganz Epoche Vorbild und  Anreiz war? Stilbildend in der Art sich zu kleiden und zu bewegen, entspannt und lächelnd immer eine witzige Antwort parat zu haben?
Ist es die Tatsache, dass er der Inbegriff des amerikanischen Traums ist? Als Kind von italienischen Einwanderern ist er aufgewachsen in Hoboken, New Jersey, in einer Arbeitersiedlung. Er arbeitete sich von unten bis ganz nach oben, mit Glück, Talent und einem Durchsetzungswillen, der nur wenige Skrupel kannte.

Gefährliche Freunde
Seine Verbindungen zu den wichtigen Personen seiner Zeit sind erstaunlich, zu denen aus dem Künstlermilieu sowieso, aber auch zu Politikern wie John F. Kennedy oder Ronald Reagan. Auch auf geschäftlichem Gebiet hatte er einflussreiche Freunde und Beteiligungen an Kasinos in Las Vegas. Und dann waren da noch seine von ihm stets geleugneten Kontakte zur Mafia. Eine Verbindung, die ihm gleichzeitig nutzte und schadete, ihn vor den Untersuchungsrichter brachte und zeitweilig lebensbedrohlich für ihn wurde, nachdem er seinen Verpflichtungen gegenüber der "ehrenwerten Gesellschaft" nicht nachkommen konnte, weil ihn John F. Kennedy fallengelassen hatte.  Diese Nähe zu kriminellen Kreisen, zur dunklen Seite fügte seinem Profil des freundlichen, charmanten Showbusiness -Stars einen gefährlichen Unterton hinzu. Viele Fans fanden genau das sehr anziehend.

All das – und bestimmt noch viel mehr – macht Frank Sinatra aus, einen Sänger und Schauspieler wie es keinen zweiten gab. In der Mittagsmusik erzählen wir  in dieser Woche einige Episoden aus seinem Leben, werfen ein paar Schlaglichter auf wichtige Songs und deren Geschichte und spielen – natürlich – seine Musik!

Musiktitel

Liste der gespielten Musiktitel mit Komponist oder Interpret
Uhrzeit Werk/Titel Komponist/Interpret
12:05 El Sospiro del moro Robert Wolf / Quadro Nuevo
12:10 Sevilla Agustin Lara (1897-1970) / Plácido Domingo
12:14 aus: Fünf Spanische Tänze, op.12 Moritz Moszkowski (1854-1925) / LSO; Argenta
12:20 Mein lieber Schatz, bist du aus Spanien Henry Santeugini / Comedian Harmonists
12:25 My way Claude Revaux / Frank Sinatra
12:30 El testament d'Amelia für Gitarre Miguel Llobet (1878-1938) / Milos Karadaglic
12:33 Eja, so seht den Rosenstrauch Hansmaria Dombrowski / Regensburger Domspatzen
12:35 Polka Alexander Kopilow (1854-1911) / Vertavo String Quartet
12:39 Walking in the air für Chor und Streicher Howard Blake / The Gents; Rubens Quartett; Peter Dijkstra
12:44 Lied ohne Worte für Klavier fis-Moll, op. 67 Nr. 2 Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) / Balázs Szokolay
12:47 aus: Concerto provençal. Reynaldo Hahn (1874-1947) / Ensemble Initium ; Orchestre des Pays de Savoie; Nicolas Chalvin
12:53 Trennungswalzer, op. 19 Joseph Lanner (1801-1843) / Berliner Symphoniker; Robert Stolz

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