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Dienstag, 09.02.2016

12:05 bis 14:00 Uhr

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Xylophon | Bildquelle: colourbox.com

Bildquelle: colourbox.com

Mittagsmusik

Mit Xaver Frühbeis

Die Mittagsmusik bietet zwei Stunden lang die ganze Welt der Musik: Archivschätze und rare Produktionen aus unseren Studios, brandneue Veröffentlichungen mit gefeierten Opernstars und Geheimtipps der Musikszene, Operettenohrwürmer und Ragtime. Täglich dabei: Das besondere Thema der Woche. Ihren ganz persönlichen Hit wünschen Sie sich unter der kostenfreien Nummer 0800-7733377.

Auf Holz geklopft - Das Xylophon als Soloinstrument der Unterhaltungsmusik

Zwei bis drei Oktaven Holzstäbchen: das klappert und klickert und hat eine sehr lange Tradition. Das Xylophon ist vor allem in Afrika und Asien ein Jahrtausende altes und weit verbreitetes Instrument: nicht schwer herzustellen, hübsch anzuschauen und selbst kleine Kinder haben schon Spaß daran, mit Schlegeln auf den Holzstäben Musik zu machen. Hierzulande ist das Xylophon seit dem 16. Jahrhundert bezeugt. Und zwar erst einmal nicht unter dem gelehrten, vom Griechischen abgeleiteten Namen "Xylophon - Holzklinger", sondern unter dem auch sehr schönen deutschen Namen "hültzen Glechter - hölzernes Gelächter". Offenbar haben die glucksenden und klickernden Töne des Xylophons die Zuhörer damals schon zum Schmunzeln gebracht.

Im Jahr 1874 taucht das Xylophon zum ersten Mal an prominenter Stelle im Sinfonieorchester auf. In  Camille Saint-Saens' Totentanz-Stück "Danse macabre" imitiert es das Klappern der Gebeine tanzender Skelette um Mitternacht auf dem Friedhof. Ein Vierteljahrhundert später dann wird das Instrument ganz unvermutet an völlig anderer Stelle populär. Die Solisten des amerikanischen Vaudeville-Theaters haben es für sich entdeckt und begeistern ihr Publikum mit Ragtime-Einlagen auf dem Xylophon. Dieser charakteristisch fröhliche Sound setzt sich bis in die 20er und 30er Jahre fort, wo Komponisten der leichten Unterhaltungsmusik virtuose Stücklein für Xylophon mit Orchesterbegleitung schreiben, zum Amusement eines Publikums, das die glucksend schnellen Klickerklänge des Instruments liebt.

Aus diesem heute kaum mehr bekannten Genre hat Xaver Frühbeis einige der unterhaltsamsten Nummern zusammengetragen, in Schellack-Aufnahmen der 30er Jahre und in Einspielungen unserer Zeit. Darunter Beiträge der seinerzeit hoch berühmten amerikanischen Xylophon-Solisten Jack Simpson und George Hamilton Green, eine Polka mit zwei schwedischen Xylophonspielern im Duett, die zwischendurch zu Kazoo und Almglocken greifen, und nicht zuletzt die einzige Komposition für einen Xylophonisten im Rampenlicht, die es zu weltweitem Ruhm geschafft hat: die "Erinnerung an Zirkus Renz" von Gustav Peter.

Musiktitel

Liste der gespielten Musiktitel mit Komponist oder Interpret
Uhrzeit Werk/Titel Komponist/Interpret
12:06 The Teddy Bears' Picnic John W. Bratton (1867-1947) / Ronald New London Orchestra; Corp
12:09 A los amigos Armando Pontier / Raúl Jaurena & Co
12:13 Flamingo-Polka, aus: Diversions for Orchestra Irving Gifford Fine / Großes Rundfunk-Sinfonieorchester der UdSSR; Joel Spiegelman
12:17 Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen - aus: Die Zauberflöte KV 620 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) / Patricia Petibon (Sopran); Concerto Köln; Harding, Daniel
12:21 The Teddy Bear's Picnic John W. Bratton / Ann Stephens (Gesang)
12:24 Romanze Nr.1 op.58,10 Max Reger / Jean Martin (Klavier)
12:27 Albumblatt op.58,1 Max Reger / Jean Martin (Klavier)
12:28 The Teddy Bears' Picnic John W. Bratton / Kamikaze Ground Crew
12:32 The Ash Grove Volksweise aus Wales / King's Singers
12:36 Waldesstille Hamilton Harty / Andrew Fuller (Klavier)
12:44 The Teddy Bears' Picnic John W. Bratton / Val Rosing (Gesang). Henry Hall and his BBC Dance Orchestra
12:49 Festivalpolka Jerker Johansson / Jerker Johansson (Xylophon + Almglocken). SAMI Light Orchestra; Dahl, Andres
12:52 The Teddy Bear's Picnic John W. Bratton / Alfredo Campoli und sein Orchester
12:56 Melodie in F, op.3 Nr.1 Anton Rubinstein (1829-1894) / Salonorchester Cölln; Ellegiers
13:05 Der Sturm, Sonate op.31,2 3. Satz Ludwig van Beethoven / Klazz Brothers
13:11 Lazy Night - Valse romance Eric Coates / John BBC Concert Orchestra; Wilson
13:15 Where the blue of the night meets the gold of the day Fred E. Ahlert (1892-1953) / Bing Crosby
13:19 Teddy Bear's Picnic John W. Bratton (1867-1947) / Kenny Balls & His Jazzmen
13:23 Humoreske, op.101 Nr.7 (Bearbeitung für Violine und Harfe) Antonín Dvořák (1841-1904) / Duo Capriccio
13:28 Flow my tears John Dowland (1563-1626) / Bonney ; Heringman
13:33 Teddy Bear's Picnic John W. Bratton (1867-1947) / Pifferari Di Santo Spirito
13:36 Ouvertüre aus: "Donna Diana" Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945) / SO des BR; Reuter
13:44 No, no, Nabucco! Giuseppe Verdi (1813-1901) / Qualtinger;Bronner; Martini;Wehle; Kurz Werner und Ensemble
13:47 "Karneval der Tiere" - Das Vogelhaus Camille Saint-Saens / Salut Salon
13:50 Das Lied der Schlange Kaa Richard + Robert Sherman / Salut Salon
13:52 Fleurs et baisers. Walzer Emil Waldteufel (1837-1915) / PhO Kosice; Alfred Walter

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