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Bayreuther Festspiele

25. Juli - 28. August 2018

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BR-KLASSIK-Redaktion hat einige bemerkenswerte Versionen des "Fliegenden Holländers" zusammengestellt.

Hartmut Haenchen hat an der Scala in Mailand den "Fliegenden Holländer" in einer Neuproduktion dirigiert. Das ganze fand im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 statt, zum Gedenken an den 200. Geburtstags des Komponisten. Auch in Bayreuth, wo wir Haenchen gerade mit dem Parsifal erleben, war er schon einmal von Wolfgang Wagner zum "Fliegenden Holländer" eingeladen worden. Dies sei laut Haenchen aber in Dresden verhindert worden, wie er aus seiner Stasi-Akte habe entnehmen können.


Da hat Paul Hindemith aber eine gute Portion Humor gehabt: Er hat sich die Ouvertüre zum "Holländer" vorgenommen und für Streichquartett unter dem vollständigen Titel "Ouvertüre zum Fliegenden Holländer, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt" veröffentlicht. Und wen oder was nimmt Hindemith mit seinem kammermusikalischen Werk aufs Korn? Gar nicht einmal Wagners Musik, wie man es annehmen könnte, sondern wie die Mitglieder einer Musikkapelle klingen, wenn sie sich lustlos und übermüdet durch eine Partitur quälen. Hindemith selbst weiß wovon er spricht oder - besser gesagt - was er komponierte: Er selbst hatte in seiner Jugend in verschiedenen Kurkapellen mitgespielt.

Zwischen 2003, wo die Premiere der Neuinszenierung des "Fliegenden Holländer" stattfand, und 2010 trat Nina Stemme ganze 25 mal in der Rolle der Senta an der Wiener Staatsoper auf. Die Inszenierung fand unter Seiji Ozawa statt, und das gleich zu Beginn seiner Arbeit als Musikdirektor der Wiener Staatsoper und Chefdirigent der Wiener Philharmoniker. Im folgenden Jahr veröffentlicht die Österreichische Bundespost eine 1-Euro Sondermarke mit dem Bild von Seiji Ozawa in einer Auflage von 600.000 Stück - da schien das Österreichische Publikum  ja angetan gewesen zu sein.

Von 2012 bis 2014 übernahm Christian Thielemann die musikalische Leitung des "Fliegenden Holländers" in Bayreuth. Die Premiere der Neuinszenierung von Jan Philipp Gloger eröffnete 2012 die Bayreuther Festspiele. Im Mittelpunkt steht die Liebe zwischen Senta und dem Holländer, die laut Gloger als ein "Ausweg aus den Lebenswelten, unter denen sie leiden" erscheint.  Zwar wurde die musikalische Leitung ab 2015 von Axel Kober übernommen, die Regieführung hingegen liegt noch immer bei  Jan Philipp Gloger.

Die Aufführung im Opernhaus Zürich aus dem Jahr 2013 gehört zu den glanzvollsten der letzten Jahre - und das nicht zuletzt aufgrund der prominenten Besetzung mit Bryn Terfel in der Rolle des "Holländers". Die Bayreuther Festspiele haben übrigens immer wieder versucht, den walisischen Sänger zum Grünen Hügel zu holen, aber Vater von drei Söhnen lehnte Terfel bisher immer dankend ab, um im Sommer mit seiner Familie in den Urlaub fahren zu können. Seine Familie geht ihm über alles - und das zeigt allein die Tatsache, dass er 2007 seine Rolle des "Wotan" in der Londoner "Siegfried"-Premiere absagte, weil sich eines seiner Kinder den Finger gebrochen hatte.

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