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13. März 1919 - Musik verhindert Mord in New Orleans Serienkiller fordert Jazz

Die Angst geht um in New Orleans. Ein wahnsinniger Axtmörder hat bereits mehrmals zugeschlagen. In einem Brief ruft er nun die Bewohner der Stadt auf, mehr Jazz zu spielen. Nur dann will er sie verschonen. Wird er Wort halten?

New Orleans - Jazz | Bildquelle: (c) dpa - Report

Bildquelle: (c) dpa - Report

Was heute geschah zum Anhören

Man hat ihn nie gefasst, den "Axeman of New Orleans". Eineinhalb Jahre dauerte seine Schreckensherrschaft. Der Serienmörder hielt die Geburtsstadt des Jazz vom Frühling 1918 bis Oktober 1919 in Atem. Doch so plötzlich, wie er auftauchte, so unvermittelt war er auch wieder verschwunden: "Geschätzte Sterbliche von New Orleans. Sie haben mich bis jetzt nicht geschnappt - und das wird ihnen auch in Zukunft nicht gelingen. Ich bin kein Mensch, sondern ein Geist, ein Dämon. Ich bin der, den ihr närrischen New Orleanians und eure ebenso närrische Polizei den Axtmann nennt."

Brutaler Serienkiller versetzt New Orleans in Panik

Seine ersten beiden Opfer waren die Eheleute Joseph und Catharina Maggio. Sie wurden im Mai 1918 in ihrem Bett erschlagen, die Kehlen mit einem Rasiermesser durchtrennt. "Zweifellos denkt ihr, ich sei ein fürchterlicher Mörder. Das bin ich, doch ich könnte noch sehr viel schlimmer sein. Ich könnte Euch jede Nacht heimsuchen, denn ich stehe im Bund mit dem Engel des Todes."

Das nächste Opfer war der Gemüsehändler Louis Besumer. Ihn und seine Geliebte verletzte der Unbekannte schwer, tötete sie aber nicht. Auch die hochschwangere Anna Schneider überlebte die Attacke des Massenmörders. Drei weitere Angriffe des Axtmörders, eines der Opfer war ein zwei Jahre altes Mädchen, versetzten die Menschen der Stadt am Mississippi in eine regelrechte Panik.

Ich liebe Jazz.
Der Axtmörder in seinem Brief am 13.03.1919

Ungewöhnliche Forderung des Axtmörders

Am 13. März 1919 schreibt der Serienmörder einen Brief an die Einwohner der Stadt, den mehrere Zeitungen veröffentlichen: "Nächsten Dienstag, um exakt Viertel nach Mitternacht, werde ich wieder über die Stadt kommen. Aber ich mache Euch einen kleinen Vorschlag. Ich liebe Jazz. Und bei allen Teufeln schwöre ich, jede Person, in deren Haus zu diesem Zeitpunkt eine Jazzband am Swingen ist, werde ich verschonen."

Tatsächlich ist New Orleans in dieser Nacht erfüllt vom Klang unzähliger Jazz-Combos. Die Tanzhallen der Stadt sind zum Brechen gefüllt, überall ertönt Musik in der Stadt des Jazz. In dieser Nacht geschieht kein einziger Mord.

Was heute geschah

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