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Starke Stücke Liszt - Grandes Etudes de Paganini

Als Niccolò Paganini seine Solo-Capricen für Geige schrieb, hat er wohl kaum daran gedacht, dass sie einmal zum Stolperstein für hervorragende Pianisten werden würden. Franz Liszt war so begeistert vom hohen Schwierigkeitsgrad der Capricen, dass er einige davon für das Klavier umschrieb.

Komponist Franz Liszt | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Das starke Stück

Liszt - Grandes Etudes de Paganini

Franz Liszt - der Einzigartige. Seine unverwechselbare Handschrift prägt auch die sechs "Grandes Études de Paganini". Sie sind eher wenig bekannt - ein ganz besonderes Kleinod für "Genießer am Klavier" wie den kanadischen Pianisten Marc-André Hamelin.

Für diese Etüden übernahm Liszt Paganinis musikalische Ideen. Aber noch mehr als das: Was Paganini auf der Geige vollbrachte - virtuose, technische Meisterleistungen - wollte er auf dem Klavier erreichen. Im Jahr 1831 hatte Liszt den italienischen Geiger im Konzert gehört. Er selbst steckte damals in einer schweren Schaffenskrise und beschloss sofort, selbst ein "Paganini auf dem Klavier" zu werden. Einige Jahre darauf entstanden die Paganini-Etüden. Sie stellten die zeitgenössischen Pianisten zunächst vor unlösbare Probleme.

Erst im Jahr 1851 erschien die neue - vereinfachte - Fassung der Paganini-Etüden. Sie war durchsichtiger, eleganter und klangfreundlicher als das Original. Liszt hatte inzwischen viel Praxis als Konzertpianist gewonnen. Die ursprüngliche Vorlage für diese Werke waren die Solo-Capricen für Geige von Paganini gewesen. Bis auf die dritte Etüde. Sie ist "La Campanella" nachempfunden: So heißt der Schlusssatz des 2. Violinkonzertes von Paganini. Mit seinen zarten Glöckchenklängen ist es bis heute ein beliebter Ohrwurm, egal auf welchem Instrument.

Musik-Info

Franz Liszt - Grandes Études de Paganini
Sechs Etüden für Klavier nach Niccoló Paganini


Marc-André Hamelin, Klavier
Label: Hyperion

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