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Sonntag, 15.09.2019

12:05 bis 13:00 Uhr

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CD-Cover: Variety. The Art of Variation. Les Passions de l‘Ame: Meret Lüthi | Bildquelle: © Harmonia mundi

Bildquelle: © Harmonia mundi

Aus dem Studio Franken Tafel-Confect

Am Mikrofon: Wolfgang Feldkamp

Musik vom Mittelalter bis Mozart, frisch zubereitet und mundgerecht serviert. Jeden Sonntag auf dem Menü: ein Top Hit der Alten Musik, sorgfältig ausgewählt und liebevoll präsentiert. Dazu gibt es Kostproben aus der CD der Woche. Das Tafel-Confect ist der Treffpunkt der Originalklang-Szene – übrigens schon seit 1952.

Hätte er was Rechtes gelernt, bräuchte er keine Gedichte zu schreiben, soll der reiche Bankier Salomon Heine einmal über seinen Neffen Heinrich gesagt haben. Die Kunst und der Lebensunterhalt - schon immer ein heikles Thema. Nicht jeder Komponist hatte gleich durchschlagenden Erfolg und konnte von seiner Kunst leben. Im Tafel-Confect haben wir einige Musiker versammelt, die sich entweder aus Not oder aus Interesse heraus vor oder neben dem Komponieren gänzlich anderen Berufen gewidmet haben:
Die alten Meistersinger um den Schuster Hans Sachs machten die Prioritäten schon in ihrem Namen deutlich - zuerst waren sie Meister und erst in zweiter Linie auch Sänger. Vor allem die Überschneidungen zu anderen geistigen Tätigkeiten fallen auf: Jean-Jacques Rousseau war Philosoph und Pädagoge, aber auch überzeugt, dass er als Komponist die verzopfte Barockmusik revolutionieren könne. Oder der Niederländer Constantijn Huygens, weltgewandter Diplomat und Dichter, der gleichfalls auf Laute, Gambe und den Tasteninstrumenten brillierte.
Georg Forster praktizierte als Arzt, schmauste mit Martin Luther und sammelte deutsche Lieder; William Herschel - Komponist vielbeachteter Sinfonien - entdeckte als Astronom den Planeten Uranus. Eine schillernde Figur war auch der Chevalier Joseph Bologne de Saint-Georges, der die Pariser Gesellschaft als Violinvirtuose, Athlet und Fechter unterhielt. Doch den bei weitem außergewöhnlichsten Beruf übte der Komponist aus, der auch im Mittelpunkt unseres „Stichworts“, des Radio-Lexikons der Alten Musik, steht: Tommaso Albinoni war Spielkartenhersteller.

Musiktitel

Liste der gespielten Musiktitel mit Komponist oder Interpret
Uhrzeit Werk/Titel Komponist/Interpret
12:05 Ouvertüre aus: Le Devin du Village Jean-Jacques Rousseau / Les Nouveaux Caracteres; Sebastien D'Herin
12:09 Ich bin ein weißgerber genant Georg Forster (1510-1568) / Armin Gottstein; I Ciarlatani
12:13 1. Satz aus: Sinfonie D-Dur, op. 11 Nr. 2 Joseph Bologne / Le Parlement de Musique; Martin Gester
12:19 Ne crains point le serein für Sopran und Theorbe Constantijn Huygens (1596-1687) / Julia Gooding; Christopher Wilson
12:25 Partia V Henirich Ignaz Franz Biber / Les Passions de l'Ame
12:31 Sinfonie Nr.12 D-Dur William Herschel (1738-1822) / London Mozart Players; Bamert
12:47 Concerto e-Moll, op.2 Nr.2 Tomaso Albinoni (1671-1751) / Balthasar-Neumann-Ensemble; Hengelbrock
12:52 Hört zu ein neu's Gedicht für 5 Stimmen Orlando di Lasso (1494-1576) / Die Singphoniker
12:53 3. Satz aus: Flötenkonzert Nr. 2 G-Dur Friedrich II. König von Preußen / Friedrich; Kammerorchester Carl Philipp Emanuel; Haenchen

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