BR-KLASSIK

Inhalt

Bayreuther Festspiele

25. Juli - 28. August 2017

Kritik - "Die Walküre" bei den Bayreuther Festspielen Gesanglich glänzend

Der "Ring" von Regisseur Frank Castorf ist in diesem Sommer zum letzten Mal auf dem Grünen Hügel zu sehen. Marek Janowski dirigiert nach 2016 bereits zum zweiten Mal. 2018 wird dann nur noch "Die Walküre" einzeln aufgeführt. In der über 140-jährigen Geschichte der Festspiele hat es das noch nie gegeben, weil die Operntetralogie immer komplett gespielt wird. Am 30. Juli 2017 gab es in Bayreuth die Wiederaufnahme der "Walküre" , dzu sehen. BR-KLASSIK-Kritiker Dirk Kruse erlebte einen Abend mit tollen Sängern, aber zu viel Forte aus dem Graben.

Szenenbild "Die Walküre" 2017 - Bayreuther Festspiele | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Ein Klick auf das Bild

Die Doppelkritik zu den beiden ersten Ringabenden: "Das Rheingold" und "Die Walküre"

Castorfs Ring

Szenenbild "Die Walküre" 2017 - Bayreuther Festspiele | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath Szenenbild "Die Walküre" 2017 - Bayreuther Festspiele | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath Visuell und szenisch funktioniert dieser Bayreuther Ring von Frank Castorf wirklich gut. Die drehbaren Bühnenbilder von Aleksandar Denic sind eine Augenweide und bieten immer wieder neue ansprechende Ausschnitte und Spielorte. Livekameras projizieren fast ununterbrochen das Geschehen vor, hinter und in den Gebäuden auf Leinwände: in der "Walküre" als mimisch übertriebener Stummfilm in Schwarzweiß. Da in diesen Livefilmen zahlreiche Nebengeschichten erzählt werden, Castorfs Personenregie ausgesprochen gut ist und die Aufmerksamkeit zwischen Bühnen- und Filmgeschehen hin und her schweift, sind die Inszenierungen wirklich kurzweilig.

Die Inszenierung in Bildern

Musikalisch hatte man im "Rheingold" den Eindruck, dass die Musik mit dem quirligen Bühnengeschehen nicht immer konform ging und dass es Stellen gab, an denen es hakte. Im Vergleich dazu gelang jetzt die Wiederaufnahme der "Walküre" aber Dirigent Marek Janowski wesentlich besser - mit schönen emotionalen Momenten. Allerdings zeigt sich Janowski als Freund des Forte. Manche seiner Lautstärken sind einfach nicht sängerdienlich.

Hervorragende Leistung der Sänger

Szenenbild "Die Walküre" 2017 - Bayreuther Festspiele | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath 1. Akt: Christopher Ventris (Siegmund), Camilla Nylund (Sieglinde) | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath Nadine Weissmann stellt als Schwertleite neben ihrer makellosen Stimme eine unglaubliche Bühnenpräsenz unter Beweis - wie auch schon im "Rheingold". John Lundgren als Wotan ist mal wuchtig, mal zärtlich, aber immer ehrfurchtsgebietend, und seine ungehorsame Lieblingstochter Brünnhilde steht ihm von der stimmlichen Präsenz her in nichts nach. Catherine Foster beherrscht mühelos alle dynamischen Lagen und singt für eine Sopranistin teilweise ziemlich textverständlich. Herausragend auch Camilla Nylund und Christopher Ventris als in Liebe entflammtes Inzestzwillingspaar Siegmund und Sieglinde.

"Der Ring des Nibelungen" bei den Bayreuther Festspielen 2017

"Das Rheingold"
29. Juli 2017, 18.00 Uhr
BR-KLASSIK übertrug live. Die ganze Oper zum Anhören gibt es hier.
Der Opernführer für Eilige - "Das Rheingold" [Video]

"Die Walküre"
30. Juli 2017, 16.00 Uhr
Der Opernführer für Eilige - "Walküre" [Video]
Am Sontag, 6. August um 18:05 Uhr sendet BR-KLASSIK "Die Walküre"

"Siegfried"
1. August 2017, 16.00 Uhr
Der Opernführer für Eilige - "Siegfried" [Video]

"Götterdämmerung"
3. August 2017, 16.00 Uhr
Der Opernführer für Eilige - "Götterdämmerung" [Video]

Inszenierung: Frank Castorf
Musikalische Leitung: Marek Janowski

Sendung: Allegro, 31. Juli 2017, 06.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Mehr zum Thema

Festspielzeit

    AV-Player