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Ausgezeichnet – Deutscher Jazzpreis 2021 Ein Neustart mit Strahlkraft

Es ist ein starkes kulturpolitisches Zeichen: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt die Mittel für einen dotierten Jazzpreis zur Verfügung. Am 3. Juni 2021 wurde der Deutsche Jazzpreis zum ersten Mal verliehen – in 31 Kategorien. Hier finden Sie alle Preise.

Nils Landgren | Bildquelle: Nikola Stankovic

Bildquelle: Nikola Stankovic

Deutscher Jazzpreis 2021 - Preisverleihung ansehen

Ein Neustart mit Strahlkraft

(Foto: Nils Landgren und Band)

Jazz ist Vielfalt: einerseits stilistisch breit gefächert, andererseits im Moment zuhause. Eine Musik, zu der insbesondere nicht geprobte Entscheidungen der Spielerinnen und Spieler gehören. Jede Fassung einer Komposition – ob notiert oder aus dem Ad hoc geschaffen – wird zu einem singulären Ereignis.
Jazz ist up to date: Freigeistig und kompromisslos gegenwartsbezogen reflektiert die Musik nicht selten aktuelle Themen und gesellschaftliche Entwicklungen.
Jazz vereint: Schon immer musizieren hier Menschen zusammen, die aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen stammen.
Das sind nur drei Argumente, um diese Kunstform nachhaltig und systematisch zu stärken, eine Herausforderung, die die Kulturpolitik erkannt hat und die in der Präambel des neu erschaffenen deutschen Jazzpreises verankert ist.

Die Kategorien und Auszeichnungen beim Deutschen Jazzpreis 2021

So vielfältig wie das Genre stellt sich auch der Deutsche Jazzpreis auf: Fünf Hauptkategorien gliedern sich in 31 Unterkategorien. Dotiert sind die Preise – bis auf drei Ausnahmen – mit je 10.000 Euro.

1. Vokal: Lucia Cadotsch
2 . Holzblasinstrumente: Daniel Erdmann
3. Blechblasinstrumente: Markus Stockhausen
4. Piano/Keyboards: Aki Takase
5. Gitarre: Ronny Graupe
6. Bass: Eva Kruse
7. Schlagzeug/Perkussion: Christian Lillinger
8. Besondere Instrumente: Christopher Dell
9. Künstler des Jahres: Christian Lillinger
10. Band des Jahres: Philipp Gropper's PHILM
11. Großes Ensemble des Jahres: Andromeda Mega Express Orchestra
12. Blasinstrumente international: Jaimie Branch
13. Piano/Keyboards international: Tigran Hamasyan
14. Saiteninstrumente international: Wolfgang Muthspiel
15. Schlagzeug/Perkussion international: Brian Blade
16. Künstler des Jahres international: Tigran Hamasyan
17. Band des Jahres international: Shake Stew
18. Album Instrumental des Jahres: Julia Hülsmann Quartet - "Not Far From Here"
19. Album Vokal des Jahres: Masaa - "Irade"
20. Debüt-Album des Jahres: Mirna Bogdanović - "Confrontation"
21. Rundfunkproduktion des Jahres: Bill Laurance & WDR Big Band Cologne - "Live at the Philharmonie Cologne"
22. Album Instrumental des Jahres international: Carla Bley - "Life Goes On"
23. Album Vokal des Jahres international: Kandace Springs - "The Women Who Raised Me"
24. Debüt-Album des Jahres international: Joel Ross - "KingMaker"
25. Club des Jahres: LOFT
26. Festival des Jahres: 44. Leipziger Jazztage „Transitions"
27. Komposition des Jahres: Florian Ross - Streamwalk
28. Arrangement des Jahres: Fabia Mantwill - Ophelia
29. Journalistische Leistung: Günther Huesmann - Bird Lives - Zum 100. Geburtstag von Charlie Parker
30. Lebenswerk: Karsten Jahnke
31. Sonderpreis der Jury: Jazzclub Unterfahrt

Sichtbare Unterstützung der Jazzszene

Mit dem Deutschen Jazzpreis sollen außergewöhnliches Können, innovative Kreativität und besondere Leistungen der Jazzschaffenden auf nationaler und internationaler Ebene gewürdigt und gestärkt werden. Es geht aber um mehr: Die Auszeichnung würdigt die dem Jazz eigene Vielfalt und möchte dazu beitragen, dass diese erhalten bleibt. Ziel ist es, diese Kunstform und ihre Macherinnen und Macher in der gesellschaftlichen Wahrnehmung stärker zu verankern. So wird der Deutsche Jazzpreis zu einer sichtbaren Unterstützung der Jazzszene.

Bewerbungen und Jury

Logo Deutscher Jazzpreis 2021 | Bildquelle: Initiative Musik Deutscher Jazzpreis – das Logo | Bildquelle: Initiative Musik Die Jazz-Aktiven konnten sich in der Zeit vom 7. Dezember 2020 bis zum 10. Januar 2021 selbst anmelden oder vorgeschlagen werden. Aus den Bewerbungen wurden pro Kategorie jeweils drei Nominierungen ermittelt. Fünf Fachjurys – geschlechtsparitätisch besetzt – waren dafür zuständig. In die Jurys berufen wurden Journalistinnen, Medienvertreter, Künstlerinnen, Programmgestalter, Agentinnen, sowie Vertreterinnen von Labels, Musikverlagen, Jazzverbänden und spezifischen Jazzeinrichtungen. Insgesamt zehn entsandte Mitglieder aus den Fachjurys und sechs weitere berufene Juroren und Jurorinnen entschieden dann gemeinschaftlich über die Preisvergabe.

Zwei Nominierungen für die Jazztime auf BR-KLASSIK

Als "Rundfunkproduktion des Jahres" war die Live-Ausgabe der "Jazztime" vom 10. Birdland Radio Jazz Festival aus Neuburg an der Donau nominiert. Die Übertragung fand unter corona- bedingten Einschränkungen ohne Publikum statt, entwickelt aber eine enorme Intensität – auch dank der atmosphärisch starken Musik vom Trio der Harfenistin Kathrin Pechlof und anderen. In der Kategorie "Journalistische Leistung" war die erste Ausgabe der "Jazztime"-Sendereihe "Hören wir Gutes und reden darüber" nominiert, eine Gesprächssendung bei der Ulrich Habersetzer, Beate Sampson und Roland Spiegel die Hörerinnen und Hörer sowie sich selbst mit Jazz-Neuerscheinungen überraschen.

Die Award-Show im Livestream

Pinar Atalay | Bildquelle: Initiative Musik Die Hauptmoderation in Hamburg übernimmt Pinar Atalay. | Bildquelle: Initiative Musik Die Verleihung des Deutschen Jazzpreises wurde am 3. Juni 2021 ab 19.30 Uhr von vier Standorten aus als Video gestreamt. Zentrum war ein eigens eingerichtetes "Jazz-Studio" in Hamburg. Dort übernahm Pinar Atalay von der ARD die Hauptmoderation und der schwedische Posaunist und Jazzstar Nils Landgren trat mit seiner Band . Im Lauf des Abends wurden aus drei Jazzclubs ebenfalls Nominierte und Laudatorinnen zugeschaltet. Dort wurden dann vor Ort Preisträger verkündet und gefeiert. Geplant waren Auftritte von Julia Hülsmann, Philipp Gropper's Philm, Mirna Bogdanovich, Sebastian Studnitzy, Masaa, Florian Ross und Fabia Mantwill. Unter den Laudatoren und Laudatorinnen waren Ute Lemper, Bugge Wesseltoft, Céline Rudolph, Max Mutzke, Rolf Kühn und Wolfgang Schmid.  Im "A-Trane" in Berlin moderierte Ulf Drechsel vom rbb, im Club "Ella & Louis" in Mannheim Nicole Köster vom SWR und in der "Unterfahrt" in München Ulrich Habersetzer von BR-KLASSIK.

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Mittwoch, 02.Juni, 18:11 Uhr

Bea.e Schwär.ler

Deutscher Jazzpreis 2021

Man darf gespannt sein...
Pinar Atalay und Ulrich Habersetzer - d i e kenne ich (von Weitem)

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