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Maria Callas – Skandal in Rom Operndiva bricht Vorstellung ab

Rom, 2. Januar 1958: Es sollte ein Triumpf werden – und endete in einem Skandal. Maria Callas trat am 2. Januar 1958 in ihrer Paraderolle Norma an der Oper in Rom auf. Und das, obwohl sie krank war.

Undatiertes Porträt der Operndiva Maria Callas | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Bildquelle: picture-alliance / dpa

Den ganzen Tag über hatten das Publikum und die sensationslüsterne Öffentlichkeit ihrem Auftritt entgegengefiebert: Maria Callas, der einsame Star am Opernhimmel, die "Primadonna assoluta" sollte die Norma singen – ihre Paraderolle in einer Gala-Aufführung, zu der sich auch der italienische Staatspräsident angesagt hatte. Doch die Sängerin war krank, fühlte sich indisponiert und nicht in der Lage, die Vorstellung zu singen. Eine Absage freilich wäre einem Skandal gleich gekommen.

BR-KLASSIK Dossier

Zum 100. Geburtstag von Maria Callas feiert BR-KLASSIK die Diva mit einem umfangreichen Online-Dossier. Darin erinnern wir mit Videos, Hintergrundinfos und Anekdoten an das Leben der Jahrhundertsängerin.

Ein schwarzer Tag für die Sängerin

Maria Callas wurde mit Medikamenten vollgepumpt, und die gute Nachricht des Tages hieß: die Callas würde singen. Und Sie sagen – mit dem Ergebnis, dass der 2. Januar 1958 zu einem schwarzen Tag in der Biografie der Sängerin wurde und zu einem Datum, das noch heute einen der größten Opernskandale Italiens im 20. Jahrhundert markiert. Denn mitten in der Vorstellung brach sie ab, und das Publikum musste nach Hause gehen – und war entsprechend empört.

Callas entschuldigt sich beim Staatspräsidenten

Der Eklat, der weltweit für Aufregung und Schlagzeilen sorgte, bestand nicht darin, dass man eine indisponierte Sängerin gezwungen hatte zu singen, und der römische Operndirektor nicht einmal für eine Einspringerin gesorgt hatte, sondern darin, dass die Callas durch ihren Abbruch den italienischen Staatspräsidenten Gronchi und dessen Gattin brüskiert hatte.

Hass auf Maria Callas

Kübelweise Hass wurde in den folgenden Tagen über der Callas ausgegossen. Sie entschuldigte sich schriftlich beim Staatspräsidenten und erlangte Absolution. Eine interessante Deutung erfuhr der Hass, der Maria Callas während ihrer Karriere immer wieder entgegenschlug, durch die Callas-Biografin Arianna Stassinopoulos: Die meinte, dass sich in diesem Hass die Minderwertigkeitsgefühle derer austoben, die dem Überlebensgroßen begegnen. Zugleich war dieser Widerstand eine der wichtigsten Triebfedern für Maria Callas.

Was heute geschah

Unsere Reihe "Was heute geschah" zu bemerkenswerten Ereignissen der Musikgeschichte können Sie auch um 7:40 Uhr, um 13:30 Uhr und um 16:40 Uhr auf BR-KLASSIK im Radio hören. Weitere Folgen zum Nachhören finden Sie hier.

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