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Wolfgang Amadeus Mozart Klarinettenkonzert

Es gibt wohl kaum eine Musik, die in so vielen anrührenden Filmszenen vorkommt wie das Thema aus dem zweiten Satz. An Filmmusik hat Mozart sicher nicht gedacht, als er das Klarinettenkonzert kurz vor seinem Tod schrieb.

Porträt Wolfgang Amadeus Mozart | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Das starke Stück

Mozart - Klarinettenkonzert

Wie ein Sologesang erhebt sich die Bassettklarinette über das Orchester. Ihr achttaktiges Thema formt einen Melodiebogen, der in seiner Schlichtheit eine unglaubliche Intensität und Ausdrucksstärke besitzt. Davon ist auch die Klarinettistin Sabine Meyer immer wieder fasziniert: "Ich finde einfach es muss einfach klanglich wahnsinnig schön rund sein und tragen ein großes Piano mit einem großen Obertonspektrum."

Klarinette erst in Mozarts Spätwerk

Kennengelernt hat Mozart die Klarinette auf seinen Reisen. Vor allem in Mannheim, das damals ein bedeutendes musikalisches Zentrum war, äußerte sich Mozart 1778 begeistert über dieses Instrument. Dennoch erprobte er es erst in seinen Spätwerken. Das Klarinettenkonzert ist nicht nur sein letztes Instrumentalkonzert, es ist überhaupt das einzige Konzert von Mozart für dieses Instrument.

Sabine Meyer | Bildquelle: Christian Ruvolo Die Klarinettistin Sabine Meyer | Bildquelle: Christian Ruvolo In Wien machten die Brüder Johann und Anton Stadler durch ihr Spiel auf der Klarinette und der tieferen Bassettklarinette Furore. Durch diese Freundschaft wusste Mozart genau, was er dem Instrumentalisten abverlangen konnte und wo deren Qualitäten sind. Das Konzert komponierte er damals für den von Anton Stadler entwickelten, neuen Klarinettentypus: die Bassettklarinette. Sie unterscheidet sich von der "normalen" Klarinette durch einen größeren Tonumfang im tiefen Register.

Besonderheiten der Bassettklarinette

Sabine Meyer hält sich an diese Ursprungsidee und spielt die Komposition auf der Bassettklarinette: "Ich find es auch als Künstler, Musiker wichtig, dass man das auf diesem originalen Instrument spielt. Mozart wollte eben genau die große Gegenüberstellung der Intervalle, die Tiefe und das Hohe Register und wenn man das alles in die Mittellage versetzt, ist der Reiz einfach dahin." Vor allem in den Ecksätzen des Konzerts lotet Mozart alle technischen Möglichkeiten der Bassettklarinette aus: Sechzehntelläufe in Form von Tonleiterskalen und Dreiklangsbrechungen durch die Register. Klangliche Herausforderungen in Form von extrem weiten Sprüngen gepaart mit radikalen Registerwechseln.

Musik-Info

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur, KV 622

Sabine Meyer, Klarinette
Berliner Philharmoniker
Leitung: Claudio Abbado
CD: Mozart, Debussy, Takemitsu
Lable: EMI Classics

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