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Howard Arman dirigiert Felix Mendelssohn Bartholdy: Psalmen

CD-Cover Mendelssohn Bartholdy "Psalmen" | Bildquelle: BR

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Kaum ein Komponist seiner Epoche war derart verwurzelt in der deutschen und der europäischen Chortradition wie Felix Mendelssohn Bartholdy. Unter dem starken Eindruck der Kunst Johann Sebastian Bachs, die er in der Berliner Singakademie bei Carl Friedrich Zelter kennengelernt hatte, schuf der junge Mann eine Reihe von acht Choralkantaten, zu denen auch "Verleih uns Frieden gnädiglich" (1831) gezählt wird – ein kurzes Gebet nach Worten Martin Luthers für Chor und Orchester, das den Text, nicht aber die Melodie des bekannten Chorals aufgreift.

Bekannter noch wurden Mendelssohns fünf breit angelegte und großbesetzte Psalmenvertonungen, von denen hier drei erklingen: Das erste Stück dieser Gruppe ist der mehrteilige 115. Psalm "Non nobis Domine" ("Nicht unserm Namen, Herr", in lateinischer Sprache gesungen) für Soli, Chor und Orchester op. 31 (1829/30), der vermutlich bereits während des ersten Englandaufenthalts begonnen wurde und die Faszination Mendelssohns durch Händels Musik belegt. Den deutschen Text dichtete er 1835 für die Erstveröffentlichung hinzu. "Wie der Hirsch schreit", eine mehrteilige, kantatenartige Vertonung des 42. Psalms für Sopran, Chor und Orchester op. 42 (1837/38), erachtete Mendelssohn selbst als sein bestes Werk dieser Gruppe – es wurde auch von Robert Schumann hochgelobt und ist bis heute eines der bekanntesten Chorwerke des Komponisten. Für den neu zusammengestellten Berliner Domchor schrieb er 1843/44 unter anderem eine Vertonung des 98. Psalms "Singet dem Herrn ein neues Lied" für Soli, Chor und Orchester op. 91 und auf Anfragen aus London schuf er die "Hymn" "Hear my Prayer" ("Hör mein Bitten", in englischer Sprache gesungen) nach dem 55. Psalm für Sopran, Chor und Orgel (1844/1847), die er später orchestrierte und mit englischem und deutschem Text veröffentlichte. Die Orgelfassung wurde in London, die Orchesterfassung in Dublin uraufgeführt; das Stück, das die englische Tradition des Vers-Anthems aufgreift, war im viktorianischen England eine seiner bekanntesten geistlichen Kompositionen.

In der Aufzeichnung eines Konzerts vom 17. Dezember 2016 aus dem Münchner Prinzregententheater ist der immer wieder hochgelobte Chor des Bayerischen Rundfunks zu erleben, unterstützt von den Solisten Johanna Winkel, Julian Prégardien und Krešimir Stražanac sowie dem Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Howard Arman.

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FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)

01-04 Non nobis Domine, op. 31 (115. Psalm) 15:30
Johanna Winkel - Sopran
Julian Prégardien - Tenor
Krešimir Stražanac - Bassbariton

05-12 Wie der Hirsch schreit, op. 42 (42. Psalm) 22:59
Johanna Winkel Sopran

13-16 Singet dem Herrn ein neues Lied, op. 91 (98. Psalm)
Johanna Winkel - Sopran
Hanne Weber - Alt
Julian Prégardien - Tenor
Krešimir Stražanac - Bassbariton

17 Hear My Prayer (nach dem 55. Psalm) 9:33
Johanna Winkel - Sopran

18 Verleih uns Frieden gnädiglich 4:08
Gebet nach Worten Martin Luthers für Chor und Orchester

Chor des Bayerischen Rundfunks
Münchner Rundfunkorchester
Howard Arman - Leitung

BR-KLASSIK 900519
1 CD- Total time: 59:16

Erhältlich im Handel und im BRshop

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