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Solidarität mit Israel Lesemarathon am Staatstheater Augsburg

Die erschütternden Ereignisse in Israel und Gaza bewegen die Welt. Mit einer Lesung von Lion Feuchtwangers großer "Josephus-Trilogie" hat das Staatstheater Augsburg nun ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt und sich solidarisch mit Israel erklärt: ein 24-Stunden-Lesemarathon.

Augsburger Staatstheater | Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2023

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2023

In Augsburg ist am Sonntag eine ganz besondere Veranstaltung zu Ende gegangen, bei der man Sitzfleisch beweisen musste, wenn man ihr die ganze Zeit beiwohnen wollte: ein 24-stündiger Lesemarathon von Lion Feuchtwangers „Josephus-Trilogie“. Damit sollte ein Zeichen der Solidarität mit Israel gesetzt werden und gegen Antisemitismus. Die Lesung solle mehr sein als ein kulturelles Statement, sondern uns alle angesichts der globalen Spannungen zusammenführen, so André Bücker. Er ist Intendant am Staatstheater Augsburg und hat die Veranstaltung initiiert. “Wir haben gedacht, wir müssen auch künstlerisch reagieren. Wir brauchen gerade in diesen Zeiten, wo sich viele Akteurinnen und Akteure aus der Kulturlandschaft mit einem Statement schwertun, ein deutliches und starkes Zeichen. Da haben wir gesagt, eine 24-stündige Lesung des wäre das Richtige”.

Kampf gegen Nationalismus und Antisemitismus

Intendant und künstlerische Gesamtleitung - André Bücker  | Bildquelle: © Peter Litvai Intendant am Staatstheater Augsburg: André Bücker | Bildquelle: © Peter Litvai An der Lesung beteiligen sich Künstlerinnen und Künstler des Staatstheaters. Als Ort hat Intendant André Bücker den Moritz-Saal in der Augsburger Innenstadt ausgewählt. Gelesen wird die "Josephus-Trilogie" von Lion Feuchtwanger, die tief in die Geschichte des jüdischen Volkes eintaucht und ihre Kämpfe gegen Antisemitismus und Nationalismus beleuchtet. Die jüdische Schauspielerin Natalie Hünig und ihre Kollegen wollen mit ihrem Engagement Hoffnung machen. "Ich finde es schwierig, wenn in jeder Talkshow Künstler und Künstlerinnen herumsitzen und zu Themen etwas sagen, von dem sie ganz offensichtlich weniger Ahnung haben als andere Leute, die da vielleicht hingehören würden, aber aufgrund der mangelnden Prominenz nicht dort sind", so die Schauspielerin. "Ich finde trotzdem, dass Kunst immer politisch ist. Es gibt immer ein Band zwischen Vergangenheit und Zukunft, das wir spinnen."

Einen gemeinsamen Begegnungsraum schaffen

André Bücker selbst hat in den stillen Stunden vor dem Morgengrauen aus der Trilogie vorgelesen – für ihn ein bewegender Moment vor einer kleinen Schar von nur vier Zuhörern. "Wir wollten eben auch einen Begegnungsort schaffen. Also wo die Menschen zusammenkommen können, wo sie einem Text zuhören können, sich intensiv damit befassen können, aber auch zusammenkommen können, sich austauschen können, wo sie reden können, vielleicht auch mal wieder weggehen können, schlafen gehen können und am nächsten Morgen wiederkommen." Es gehe ihm dabei auch darum, eine andere Form von Konzentration und eine andere Form von Raum zu schaffen, indem sich der Text entfalten könne.

Einzigartige Lesenacht mit musikalischer Begleitung

Lesemarathon am Staatstheater Augsburg | Bildquelle: Maria Fürstenberger Bildquelle: Maria Fürstenberger Es war eine einzigartige Lesenacht in Augsburg. Die Solidaritätsveranstaltung für Israel hat das Publikum interessiert, aber auch sehr gefordert. Denn wer nicht von Anfang an dabei war und erst im Laufe des Marathons dazustieß, hatte es unter Umständen schwer, dem Text von Lion Feuchtwanger zu folgen, der viele Namen und Personen enthält. Genossen haben viele Besucherinnen und Besucher ganz sicher die Musik, die die Lesung begleitet hat. Neben Gesang, gab es auch Kammermusik zu hören. Die Musik hat bei der Veranstaltung eine wichtige Rolle gespielt und Themen wie Heimat und Fernweh untermalt.

Sendung: "Allegro" am 18. Dezember ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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Dienstag, 19.Dezember, 09:59 Uhr

MR Leslie Ackerman

KAMPF

It is the great, a high moral stand, agains hatred and the indiference of many, that BR is doing something like this. As a Jew, it makes me proud of Germany (where I lived 6 marvelous years)

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